Leck auf der ISS: Astronauten suchen Schutz in SpaceX-Kapsel

Wegen Leck auf der ISS
Fünf Astronauten suchen Schutz in SpaceX-Kapsel

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.06.2026
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NASA, ISS
Foto: NASA

Ein erneutes Luftdruckproblem im russischen Segment der Internationalen Raumstation (ISS) hat vergangene Woche im All für Unruhe gesorgt. Fünf der sieben Besatzungsmitglieder mussten vorsorglich die Station verlassen, während ein Reparaturversuch vorbereitetet wurde.

Zwei Lecks im Swesda-Modul entdeckt

Nach der Ankunft eines Versorgungsraumschiffs im April stellte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos erhöhten Druckverlust im Verbindungstunnel des Servicemoduls Swesda fest. Bodenspezialisten sowie die Kosmonauten an Bord konnten später zwei potenzielle Leckstellen identifizieren.

Eine der undichten Stellen wurde umgehend mit Dichtmasse versiegelt. Die zweite, am konischen Teil des Übergangstunnels gelegene Schwachstelle bereitete mehr Schwierigkeiten. Vorbereitungen zur Abdichtung wurden von den Kosmonauten an Bord getroffen bis Roskosmos die Arbeiten abbrach.

NASA ordnete Evakuierung an

Das Reparaturkonzept der russischen Seite sah vor, eine Halterung in der Nähe des vermuteten Lecks zu durchtrennen. Da dieser Eingriff nach Einschätzung der NASA ein erhöhtes strukturelles Risiko für den betroffenen Bereich hätte bedeuten können, wies die US-Behörde fünf Besatzungsmitglieder an, sich in der angekoppelten SpaceX-Crew-Dragon-Kapsel auf eine mögliche Notevakuierung vorzubereiten.

Jessica Meir, Chris William, Jack Hathaway, Sophie Adenot von der ESA sowie der Kosmonaut Andrey Fedyaev sammelten sich in der Kapsel. ISS-Kommandant Sergej Kud-Swerschkow und Sergej Mikajew verblieben im Stationsinneren, um das Leck zu schließen.

Die Reparaturarbeiten wurden laut Roskosmos ausgesetzt, um zusätzliche Messungen durchzuführen und Daten auswerten zu können. Der reguläre Stationsbetrieb wurde daraufhin wieder aufgenommen. Von der NASA hieß es, man unterstütze die russische Entscheidung ausdrücklich und setze auf eine gemeinsame Lösung der Probleme.

Lecks schon länger bekannt

Seit 2019 sind Risse im Verbindungstunnel bekannt. Die betroffene Zone wurde seither weitgehend vom restlichen Stationsbetrieb abgekoppelt. 2024 stieg die Luft-Verlust-Rate auf bis zu einem Kilogramm pro Tag an.

Zuletzt hatte sich die Situation entspannt, doch mit den neuen Messungen nach dem April-Andockmanöver kehrte die Sorge zurück. Roskosmos meldete eine erneut gestiegene Verlustrate von rund einem Kilogramm pro Tag sowie neu identifizierte Verdachtsstellen.