Die Airbus Flight Test School (AFTS) sei seit 1997 in Toulouse aufgebaut worden, teilte Airbus mit. Die Ausbildungseinrichtung gehe auf eine Anregung des damaligen Cheftestpiloten Claude Lelaie zurück, der auch den A380-Erstflug leitete und deren erste Landung steuerte. Die Zahl der Schüler variiere ständig und richte sich nach dem Bedarf des Unternehmens, was wiederum von den aktuellen Produktionsraten abhänge.
Abnahmepiloten prüfen jeden neuen Airbus
Die Hauptaufgabe der künftigen Testpiloten und Testingenieure bestehe in Abnahmetestflügen fabrikneuer Airbus-Verkehrsflugzeuge. Diese müssen auf Herz und Nieren geprüft werden, ob alle Systeme funktionieren, alle Sollwerte erreicht werden und alle Warnungen bei den vorgesehenen Gelegenheiten und Schwellenwerten anspringen.
Strenge Auslese vor der Zulassung
Die Airbus-Flugschule sucht sich unter den Bewerbern ein handverlesene Schar von Schülerkandidaten aus, davon die meisten mit Ingenieurstudium und bereits Privatpilotenlizenz, aber auch frühere Militär- und Verkehrspiloten. Sämtliche Bewerber werden erst nach einem zweieinhalbmonatigen Theorieblock und erfolgreich bestandenem Theorie-Prüfungsmarathon zur Ausbildung zugelassen.
Enge Kooperation mit der EPNER
Bisher erfolgt die Ausbildung in enger Kooperation mit der staatlichen, zivilen, französischen Testpilotenschule EPNER (L'École du Personnel Navigant d'Essais et de Réception/Flugtest- und Abnahmepersonalschule), künftig strebt Airbus sogar eine eigene Zulassung als Ausbildungsorganisation an. Die jetzige AFTS-Ausbildung endet, bei Erfolg, mit einem EPNER-Diplom, das in Istres feierlich übergeben wird.
Astronaut als Flugschüler
Zur aktuellen Klasse von 2026 gehören die angehende Flugtest-Ingenieurin Andrea Grande (Mitte) und der Testpiloten-Kandidat Thomas Pesquet (Mitte, oben), der zugleich französischer Astronaut ist. Das Testhandwerk lernen die Schüler zunächst auf kleineren Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt, darunter SOCATA TB-20 und Diamond DA42, bevor es auch auf größere A321neo und A350-1000 mit Testinstrumentierung geht.
Zusatzausbildung zum Experimental Flight Test Pilot
Die Ausbildung endet mit einem "Class 2"-Rating, das typischerweise für Testpiloten bei Abnahmeflügen genutzt wird. Wer dann noch weitermachen will und die nochmalige Zulassung schafft, braucht als "Experimental Flight Test Pilot" der "Class 1" oder als entsprechender, experimenteller Flugtestingenieur, noch eine sechsmonatige Zusatzausbildung an der EPNER.





