Lufthansa rechnet 2027 mit den ersten Boeing 777-9 für das Drehkreuz Frankfurt, sieben Jahre später als ursprünglich terminiert.
"Die Indienststellung der 777X ist weiter für Sommer 2027 geplant", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag in Frankfurt. "Boeing hat einen Lieferstart im ersten Quartal zugesagt." Lufthansa werde aber noch einige Airbus A340-300 vorhalten, um den Flugplan im Falle einer weiteren Verzögerung "abzusichern".
Lufthansa ist designierter Erstbetreiber, hat 20 777-9 verbindlich bestellt – und wird zunächst Flugzeuge erhalten, die das Werk bereits im aktuellen Serienstandard verlassen haben.
Das trifft allerdings nicht auf jede 777-9 zu. Boeing hatte schon zwischen 2019 und 2021 rund 30 777-9 produziert, darunter Flugzeuge für Emirates und Lufthansa.
Zehn 777-9 aus dieser Frühserie "werden wir nicht abnehmen", hatte Emirates-Chef Tim Clark im Juli auf der Farnborough Airshow unmissverständlich klargestellt. Zwingen kann Boeing Emirates kaum – die Airline ist mit 270 Flugzeugen der mit Abstand größte 777X-Kunde – und lässt Herstellern ohnehin wenig durchgehen.

Lufthansa rechnet damit, die ersten Boeing 777-9 im ersten Quartal 2027 in Dienst zu stellen - sieben Jahre später als geplant.
"Finanzielle Zugeständnisse" von Boeing
Lufthansa hat bei einigen früh gebauten 777-9 ebenfalls Bauchschmerzen. "Wie unsere Freunde in Dubai führen wir mit Boeing Gespräche dazu, welche dieser Flugzeuge wir (...) nicht akzeptieren werden und welche wir bereit sind – nach Modernisierung und unter finanziellen Zugeständnissen von Boeing – abzunehmen", sagte Spohr.
Nach Medieninformationen will Boeing von designierten Kunden zurückgewiesene 777-9 in Flottenpaketen mit starkem Rabatt verkaufen. Als möglicher Schnäppchenjäger wird der US-Flugkonzern United Airlines gehandelt.





