Boeings Test-777-9, N779XW, WH001 traf am Mittwochmorgen in Keflavik auf Island ein. Der Twin war über Nacht von der Testflugbasis Boeing Field in Seattle auf die Atlantikinsel gereist. Island gilt in Flugtestkreisen als ideales Starkwindgebiet. Hier finden die Testmannschaften zuverlässig starke Winde und, wie in Keflavik, Landebahnen mit der jeweils gewünschten Seitenwindausrichtung. Die Flugzeuge müssen zur Zulassung nachweisen, mit wie starkem Wind sie zurechtgekommen sind. Je stärker der Wind vor Ort weht, desto höher fällt der Wert aus, den die Testcrew für die Zulassung beantragen darf, sofern alles glatt ging.
ETOPS-Tests stehen noch aus
Die Boeing 777-9 hängt noch immer im Zeitplan hinterher und wartet auf die FAA-Freigabe, ihre ETOPS-Langstreckenzulassung beginnen zu dürfen. Dabei geht es einerseits um die statistische Ausfallsicherheit der Triebwerke und andererseits um den Nachweis, dass sich das Flugzeug, nach einer angenommenen Störung, auch im Einmotorenflug, stundenlang über Wüsten und großen Wasserflächen, sicher zum nächsten erreichbaren Ausweichflughafen bewegen lässt. Boeing strebt anfangs nach einer ETOPS-180-Zulassung, die später erweitert werden soll. ETOPS 180 bedeutet, dass das Flugzeug 180 Minuten lang einmotorig zum Ausweichflughafen fliegen kann. Eine möglichst hohe ETOPS-Zulassung ist für die direkte Routenplanung von Langstreckenflügen vorteilhaft.
Boeing hofft auf Lieferbeginn
Bei der Vorlage der Quartalszahlen am gestrigen Dienstag räumte Boeing-Konzernchef Kelly Ortberg ein, dass man noch auf die ETOPS-Testfreigabe der FAA warte. Für 2027 plane der Hersteller die Lieferung von 10 bis 15 Flugzeugen seines größten Musters, das 2027 mit zunächst einem Exemplar pro Monat gebaut werden solle. Boeing rechne noch immer mit einer Zulassung zum Jahresanfang 2027, schließe aber im ungünstigsten Fall auch eine Verspätung bis Mitte 2027 nicht aus.





