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Branche setzt auf gemeinsames Vorgehen mit der Politik

BDL-Vorschläge für mehr Klimaschutz

Alaska Airlines Biofuel-Betankung Foto: Alaska Airlines, Biofuel

Angesichts der anhaltenden Diskussionen um die Klimaschädlichkeit des Luftverkehrs und Forderungen wie dem Verbot innerdeutscher Flüge startet der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft eine PR-Offensive mit „Vorschlägen für weitergehenden Klimaschutz“.

„Wir sehen die Frage, wie der Luftverkehr nachhaltiger und besser in Einklang mit dem Klimaschutz gebracht werden kann, als eine der zentralen gemeinsamen Herausforderungen von Luftverkehrswirtschaft, Politik und Gesellschaft“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung des BDL-Präsidiums.

Regenerative Kraftstoffe als bester Weg

Den größten Hebel sieht die Branche bei der Weiterentwicklung der Kraftstoffe. „Wir wollen erreichen, dass die luftverkehrsbedingten CO2-Emissionen auf null sinken. Wir wissen, dass dieses Ziel nur erreichbar ist, wenn das fossile Kerosin durch regenerative Kraftstoffe ersetzt wird.“ Die derzeit auch ökologisch beste Lösung sei ein Kraftstoff, der im sogenannten „Power-to-Liquid“-Verfahren gewonnen wird.

Das BDL-Präsidium fordert eine gemeinsame industriepolitische Initiative der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten, um die Voraussetzungen für ein hinreichendes Angebot von Produktionsanlagen und Kraftstoffen zu schaffen. Ferner schlägt es vor, die Einnahmen aus der deutschen Luftverkehrsteuer zugunsten der Markteinführung regenerativer Kraftstoffe zu verwenden. Gleichzeitig erklären die Unternehmen der deutschen Luftverkehrswirtschaft ihre Bereitschaft, sich an Pilotprojekten zum Aufbau industrieller Anlagen zu beteiligen.

Darüber hinaus will der Verband weitere Maßnahmen voranbringen. Die Unternehmen wollen eine Stärkung der Intermodalität und streben eine weitere Verlagerung von Verkehr aus der Luft auf die Schiene an, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die Fluggesellschaften bieten dazu den Kunden bereits im Buchungsprozess die Bahnreise als Zubringer für ihre internationalen Flüge an. Da wo mittels attraktiver Schnellbahnverbindungen die Kunden überwiegend auf eine Verbindung mit der Bahn umsteigen können, wird der Luftverkehr eingestellt.

Ebenso soll die Erneuerung der Flugzeugflotten mit energiesparenderen Flugzeugen fortgeführt werden, um die spezifischen CO2-Emissionen weiter zu senken. Der BDL weist hierbei auf die erheblichen CO2-Reduktionswirkungen hin: „Durch Investitionen in energieeffiziente Flugzeuge und Flugverfahren konnten wir die CO2-Emissionen pro Personenkilometer seit 1990 um 43 Prozent senken.“ Auch die deutschen Flughäfen werden ihre eigenen CO2-Emissionen weiter senken, um 50 Prozent bis 2030, und wollen bis 2050 vollständig CO2-neutral sein.

Für die Fluggäste soll die Möglichkeit, die Klimawirkung ihres Fluges gegen einen Aufpreis zu kompensieren und damit bereits heute klimaneutral zu fliegen, erweitert werden. Die Mitgliedsunternehmen des BDL werden dazu die Angebote zur Kompensation bereits in den Buchungsprozess integrieren, um die Kompensation zu erleichtern und besser auf diese Angebote aufmerksam zu machen. Ferner schlägt das BDL-Präsidium vor, dass der Gesetzgeber die bestehende steuerliche Absetzbarkeit von Klimakompensation so weiterentwickelt, dass sie nicht nur für Privatpersonen sondern auch für Geschäftskunden nutzbar wird.

Stärkung des Emissionshandels

Hinsichtlich einer CO2-Bepreisung spricht sich der BDL für die weitere Stärkung des Emissionshandels aus: „Mit der 2012 erfolgten Einbeziehung des Luftverkehrs in den Emissionshandel ist sichergestellt, dass der inländische und europäische Luftverkehr CO2-neutral wächst und dass die CO2-Emissionen der Wirtschaftsbereiche im Emissionshandel (Energiewirtschaft, verarbeitendes Gewerbe, Luftverkehr) bis 2030 um 43 Prozent gegenüber 2005 reduziert werden.“ Nationale Alleingänge bei Steuern und Abgaben seien hingegen klimapolitisch kontraproduktiv und wirtschaftlich schädlich, weil Verkehr lediglich zu ausländischen Wettbewerbern verschoben wird statt Emissionen zu reduzieren. Für die CO2-Bepreisung des internationalen Luftverkehrs werde deswegen mit dem System CORSIA ab dem Jahr 2020 auch ein zusätzliches CO2-Bepreisungsinstrument eingeführt, das international abgestimmt worden sei. Dies werde auch von der internationalen Luftverkehrswirtschaft breit unterstützt.

Mit Blick auf die neue Legislatur in der Europäischen Union hält es der BDL für erforderlich, das Regulierungssystem der Flugsicherung in Europa neu zu justieren und die Einführung neuer Technologien zur Erleichterung der Lotsentätigkeit voranzutreiben. Durch optimierte Flugwege ließen sich im europäischen Luftraum bis zu 10 Prozent der Emissionen im Luftverkehr reduzieren.

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