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EBACE 2016

Neuheiten unter dunklen Wolken

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Auch wenn die Lage der Business Aviation weiterhin angespannt bleibt, hatten die Hersteller auf der Fachmesse EBACE in Genf spannende Neuigkeiten im Gepäck.

Die Hoffnung auf die kommenden Jahre ist da. Diesen Optimismus konnten die 13 000 Fachbesucher aus vier Tagen EBACE in Genf mit nach Hause nehmen. Momentan sieht es aber eher trübe aus: Nachdem sich die Business Aviation nach dem Crash im Jahr 2008 erhohlt hatte und bis 2013 sogar wieder leichte Zuwächse verzeichnen konnte, lagen die vergangenen drei Jahre jeweils leicht unter dem Vorjahr. Auch die im Vorfeld der EBACE vorgestellten Quartalszahlen der Herstellervereinigung der Allgemeinen Luftfahrt (GAMA) holen die Hoffnungen für 2016 auf den Boden der Tatsachen: 128 Business Jets wurden ausgeliefert, fünf Prozent weniger als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. 

Die 500 Aussteller brachten 60 Flugzeuge mit auf das Außengelände am Genfer Flughafen – so viele wie noch nie. Das unterstreicht die Hoffnungen, dass neue Modelle eine Antwort auf den schwierigen Markt sein könnten. Am unteren Ende der Größentabelle sorgte die aus Beechcraft, Cessna und Hawker bestehende Textron Aviation mit der Ankündigung eines „PC-12-Killers“ für Aufsehen. Der Business-Turboprop soll über Platz für bis zu acht Passagiere verfügen sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 520 Stundenkilometern (285 Knoten) und eine Reichweite von knapp 3000 Kilometern (1600 NM) haben. Den 1240 shp starken Antrieb entwickelt GE Aviation derzeit in Europa. Die Wellenturbine besitzt den Arbeitstitel ATP (Advanced Turboprop). Den Namen des Flugzeugs will Textron in Oshkosh bekannt geben, den Erstflug peilen die Amerikaner für 2018 an. 

Bei den Leichtjets feierte Honda die Zulassung seines ersten Modells durch die europäischen Behörden. Damit steht der Indienststellung bei europäischen Betreibern nichts mehr im Weg. Als nächstes peilt der Hersteller die Zulassung in Kanada sowie das Hochfahren der Produktionsrate an. Der Antrieb des HondaJet wurde ebenfalls von der EASA zertifiziert. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsentwicklung von GE und Honda. Interessantes Detail: Die Amerikaner wollen das Triebwerk künftig auch anderen Flugzeugherstellern als Antrieb verkaufen.

Noch mitten in der Zulassung befindet sich die zweistrahlige Pilatus PC-24, die zwischen den Erpobungsflügen Zeit für einen eintägigen Abstecher nach Genf hatte und dort ihre Messepremiere gab. Die Testmannschaft hat dem Erprobungsflugzeug dafür den aktuellen Status auf die Außenhaut geklebt: Insgesamt 522 Flugstunden haben die beiden ersten Prototypen mittlerweile absolviert, die Zulassung und Indienststellung peilen die Schweizer nach wie vor für das kommende Jahr an. Auch ein Modell der nun fertig entwickelten Kabine in Lebensgröße war am Stand von Pilatus zu sehen. Auffällig ist das große Frachttor im hinteren Bereich des Rumpfes.

Zulassung der Falcon 8X noch in diesem Jahr

Dassaults Falcon 8X kam von einer einmonatigen Tour um die Welt zurück.   Unter verschiedensten klimatischen Bedingungen in Europa, Nord- und Südamerika, dem Nahen Osten und Asien habe der größte Jet der Franzosen seine operationelle Einsatzffähigkeit unter Beweis gestellt.Der Fokus lag dabei insbesondere auf dem Komfortangebot in der Kabine des Dreistrahlers im täglichen Betrieb. Die Erprobung führte die 26 Piloten und 60 Ingenieure einen Monat lang auf 65 Flügen zu 46 Destinationen. Die Zulassung des Langstreckenjets soll in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Um gegen die Konkurrenz von Gulfstream zu bestehen, treibt Bombardier die Entwicklung der Global 7000 voran. Ein Rumpfmodell zeigte den Komfort, den Passagiere während Ultralangstrecken in der großzügigen Kabine erleben sollen. 

Am oberen Ende des Flugzeugspektrum steht eine neue Generation bereit: Die von Passagiermodellen abgeleiteten VIP-Versionen von Airbus und Boeing werden derzeit auf die neu motorisierten Varianten der Boeing 737 MAX sowie des Airbus A320neo umgestellt. Kunden können sich aufgrund von identischen Rümpfen auf mindestens gleichen Komfort bei geringerem Treibstoffverbrauch freuen. Mehr als eine Klasse darüber rangiert die VIP-Version der Boeing 787, von der die Amerikaner das erste Exemplar nach Genf flogen. Es war gleichzeitig das größte, jemals auf einer EBACE ausgestellte Flugzeug. Derweil hat Airbus nun offiziell die noch größere ACJ350 XWB im Angebot.

FLUG REVUE Ausgabe 07/2016

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