Im Vorfeld des Internationalen Wirtschaftsforums St. Petersburg hat Hersteller Iljuschin ein Exemplar des importsubstituierten Regionalflugzeugs Il-114-300 in die nordrussische Stadt geflogen. Die Gäste des Forums können die Maschine am Flughafen Pulkowo besichtigen.
Die im Inland produzierte Il-114-300 ist mit TV7-117ST-01-Triebwerken ausgestattet. Der Betrieb soll bei Temperaturen von −60 °C bis +60 °C möglich sein. Zugelassen ist das Triebwerk bereits seit Ende 2022.
Im März fanden acht Flüge unter natürlichen Vereisungsbedingungen statt. Triebwerk und Flugzeug überstanden die Tests ohne Einschränkungen.
Erste Kunden gefunden
Außerdem sei Triebwerkshersteller UEC bereits vollständig für die Serienauslieferung des TV7-117ST-01 gerüstet. Das ist auch nötig, denn die Il-114-300 steht selbst kurz vor der Zulassung. Ausgeliefert werden sollen die ersten Serienflugzeuge in die Region Archangelsk – dort fanden auch die Vereisungstests statt.
Die Nachfrage nach dem Flugzeug kommt hauptsächlich von Regionalfluggesellschaften, die die Il-114-300 auf kurzen und mittleren Regionalstrecken einsetzen wollen.
Eine nächste Lieferung soll an Aurora Airlines gehen und auch die Bestellung ist nicht mehr weit. Laut Wadim Badecha, Vorstandsvorsitzender von Russlands Vereinigten Flugzeugwerken, soll die in den kommenden Monaten unterzeichnet werden.
Zulassung in Aussicht
Badecha kündigte gestern am Vorabend des Internationalen Wirtschaftsforums an, dass die Zulassung "bald" kommen würde. Ein paar Tests will das Unternehmen allerdings noch durchführen.
Für die bis Herbst dieses Jahres geplanten zusätzlichen Tests werden zwei Prototypen (Seriennummern 54115 und 54116) im Flugprogramm und ein drittes Flugzeug (54114) für Bodentests eingesetzt.
Um die Fähigkeit des Flugzeugs zum Betrieb auf unbefestigten Pisten nachzuweisen, werden im Spätsommer und Frühherbst Tests auf solchen Pisten durchgeführt, gab Daniil Brenerman, Geschäftsführer der Iljuschin AG, im Mai nach den Ergebnissen der Arktistests bekannt.
Die Serienproduktion des Flugzeugs läuft im Luchowitzker Flugzeugwerk Woronin. Sechs bis zwölf Maschinen sollen dort pro Jahr entstehen, abhängig von der Nachfrage der Fluggesellschaften. Mit Produktionsengpässen rechnet das Unternehmen nicht.





