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GDS-Gebühr

Lufthansa droht Ärger mit der US-Kartellbehörde

Lufthansa muss sich möglicherweise mit der US-Kartellbehörde auseinandersetzen. Eine Bemerkung von Vorstandschef Carsten Spohr vor mehr als einem Jahr ruft drei US-Senatoren auf den Plan. Sie fordern das US Justiz- und Verkehrsministerium zu Ermittlungen gegen Lufthansa auf.

Was war passiert? Spohr nahm am 08. Juni 2015 während der Jahrestagung der Linienluftfahrt-Organisation IATA in Miami am "CEO Insight Panel" teil. In der Vorwoche hatte Lufthansa die Erhebung einer Gebühr für Ticketsverkäufe beschlossen, die über Buchungssysteme (GDS) abgewickelt werden.

CNN-Moderator Richard Quest, der die Runde leitete, hakte nach: "Wenn andere Ihrem Beispiel nicht folgen und Sie am Ende mit dieser Gebühr alleine dastehen, dann haben Sie sich doch ins eigene Bein geschossen?" In diesem Fall werde er eben "eine andere Airline bitten, uns zu übernehmen", entgegnete Spohr scherzhaft.

Inzwischen beschäftigt die Podiumsdiskussion die Rechtsabteilung der Lufthansa. Denn die US-Senatoren legen Spohr den Auftritt vor der in Florida versammelten Airlineprominenz als Versuch aus, andere CEOs für Preiserhöhungen ins Boot zu holen und sich dem Beispiel der Lufthansa in Sachen GDS anzuschließen. Hier zum Nachlesen.

Spohr habe beim IATA CEO Insight Panel keine Werbung für die GDS-Gebühr betrieben, heißt es von Lufthansa. Immerhin sei das Thema ja vom Moderator und nicht von Spohr angeschnitten worden. Trotzdem könnte die Angelegenheit brenzlig werden - bekanntlich versteht die US-Justiz bei Kartellverstößen überhaupt keinen Spass.

Die Senatoren untermauern ihre Position noch mit einer zweiten Bemerkung aus dem Lufthansa-Vorstand. "Das ist ein erster Schritt und ich glaube, dass sich andere (Airlines, Red.) anschließen werden", habe sich Lufthansa Finanzvorständin Simone Menne am 30. Juli gegenüber Investoren zur GDS-Gebühr geäußert.

Passagiere buchen öfter direkt über Lufthansa

Lufthansa führte am 01. September eine "Distribution Cost Charge" (DCC) von 16 Euro pro Ticket ein. Der Konzern beziffert seine jährlichen GDS-Kosten auf einen "hohen dreistelligen Euro-Millionenbetrag" und verteidigt den Aufschlag gegen den Aufschrei aus dem Reisevertrieb.

Lufthansa wertet die Einführung der DCC übrigens als großen Erfolg. Der Anteil von Buchungen, die über die eigenen Portale eingehen, habe sich von 32 auf 40 Prozent erhöht, berichtete "DMM" im März. Auch habe Lufthansa durch die Gebühr keine Passagiere an die Konkurrenz verloren.

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