Moskau hat mit sofortiger Wirkung den Export von Kerosin untersagt. Das Verbot gilt bis zum 30. November 2026 und soll die Versorgung der russischen Zivilluftfahrt sicherstellen, die zunehmend unter den Folgen massiver Drohnenangriffe auf heimische Raffinerien leidet. Auch die volatile Lage auf dem Weltmarkt ist ein Grund für den Exportstopp.
Ausgenommen bleiben lediglich Lieferungen im Rahmen zwischenstaatlicher Vereinbarungen, wie die russische Regierung mitteilte.
Auf den internationalen Märkten dürfte das Verbot allerdings nicht so schwer wiegen, wie die Blockade der Straße von Hormus es derzeit tut. Russland zählt bei Luftfahrtkraftstoffen nicht zu den großen internationalen Exporteuren.
Seit dem 1. April gilt bereits ein Ausfuhrstopp für Benzin, der ebenfalls als Reaktion auf beschädigte Raffineriekapazitäten verhängt wurde.
Kiew verfolgt seit Monaten eine gezielte Strategie gegen Russlands Öl- und Energieinfrastruktur. Im vergangenen Monat traf ein ukrainischer Drohnenangriff die Raffinerie Jaroslawl, die zu Teilen dem Großkonzern Gasprom Neft gehört. Es war bereits der vierte Angriff auf dieselbe Anlage innerhalb eines einzigen Monats.
Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran und der anschließenden Blockade der Meerenge durch den Iran haben die internationalen Rohölpreise deutlich angezogen. Russland profitierte zunächst von dieser Entwicklung, denn die steigenden Preise belebten vorübergehend die russischen Ölexporte nach Indien wieder.





