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Mammoth Freighters
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Ausrangierte Boeing 777 von Delta werden zu Frachtern

Mammoth Freighters Ausrangierte 777 von Delta werden zu Frachtern

Mammoth Freighters hat sich zehn alte Boeing 777-200LR gesichert, die bis 2020 für Delta Air Lines flogen. Die Twinjets sollen dem US-Unternehmen als Grundstock dienen, um dick ins Umbaufrachter-Business einzusteigen. Auch an den "Big Twin" wagt man sich heran.

Die Luftfracht boomt, und die Nachfrage nach leistungsstarken Frachtern steigt. Gleichzeitig schicken Passagier-Airlines weltweit ihre altgedienten Widebodies in Rente und tauschen sie gegen jüngere Muster aus. Die ausrangierten Gebrauchtjets wiederum sind oft noch gut genug für ein zweites Leben als Lastenesel – und so gibt es inzwischen weltweit gleich mehrere Firmen, die sich auf den Umbau ausgedienter Passagierjets zu Frachtern spezialisiert haben. Mit Mammoth Freighters aus den USA ging Ende 2020 eine weitere an den Start – mit ziemlich großen Plänen. Bis Ende 2023 will Mammoth seine eigenen Cargo-Konvertiten zugelassen bekommen und hat sich dabei konsequent auf einen echten Fracht-Bestseller eingeschossen: die Boeing 777.

Mammoth Freighters
Neben der 777-200LR soll auch die größere 777-300ER bei Mammoth in den Genuss eines Umbau-Programms kommen. Ende 2023 sollen beide Muster zugelassen sein.

Startschuss mit Delta-Jets

Die ersten zehn Triple Seven stehen laut Mammoth-Angaben schon zum Umbau auf dem Hof. Sie stammen von Airline-Riese Delta, der seine 777-Flotte, bestehend aus 18 777-200LR, im Herbst 2020 komplett aufs Altenteil schickte. Mammoth kaufte Delta zehn Flugzeuge ab. Der Plan: man möchte die Jets nach ihrem Umbau an Kunden verleasen und sich so einen Namen im Frachtsektor machen. Das Unterfangen soll Teil eines "besonders flexiblen" Geschäftsmodells sein: Neben dem Leasing sollen Airlines auch ihre eigenen 777 zur Frachter-Konversion in die Obhut von Mammoth geben können. Nun erfolgte der offizielle Startschuss für das Umbauprogramm, das neben der 777-200LR perspektivisch auch die größere 777-300ER umfasst – den "Big Twin". Bei diesem Muster gibt es für Mammoth aktuell nur einen Konkurrenten: Die Leasing-Firma GECAS und IAI aus Israel haben kürzlich damit begonnen, die erste 777-300 zum Frachter umzurüsten. Launch Customer für das Projekt ist die Fracht-Airline Kalitta.

Lufthansa Cargo
Der Frachtraum einer Boeing 777-200 bietet Platz für 650 Kubikmeter Fracht. Die maximale Nutzlast liegt bei 105 Tonnen.

"Glänzende Zukunft"

Dass auch Mammoth sich ein dickes Stück vom 777-Frachter-Kuchen abschneiden wird können, dessen ist sich Co-Chef Bill Tarpley sicher. Seiner Ansicht nach wird die bereits jetzt sehr gefragte 777 auf absehbare Zeit der Star unter den Großraumfrachtern bleiben. Beiden von Mammoth angebotenen Varianten sagt Tarpley daher "eine glänzende Zukunft" voraus. Im Vergleich mit anderen Widebodies wie der 747-400 oder der MD-11F punkte die Triple Seven mit herausragender Wirtschaftlichkeit. Sein Unternehmen sei zudem in der Lage, die umgebauten Zweistrahler zu "sehr erschwinglichen Preisen" anzubieten – egal, ob die Kunden dafür aus dem Expressfracht- oder E-Commerce-Sektor stammten, oder ob sie als klassische Fracht-Carrier fungierten. Tarpley selbst bringt auf dem Gebiet viel Erfahrung mit: Vor seinem Einstieg bei Mammoth war er bei Boeing als Programm-Manager für 767-, DC-10- und MD-10-Konvertierungen tätig.