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Il-114-300 ist jetzt schon erfolgreicher als ihre Vorgängerin

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Die russische Regional-Airline Aurora hat gestern auf dem Aviasalon MAKS in Schukowski erklärt, planmäßig ab 2023 19 Iljuschin Il-114-300 zu leasen. Damit avanciert sie zum Erstkunden für den neuen Turboprop – und beschert diesem einen symbolträchtigen Erfolg.

Zugegeben: es ist keine große Kunst, die Stückzahlen der Il-114 aus den 90er-Jahren zu übertreffen. Die erste Generation des Regionalturboprops, 1990 zum Jungfernflug gestartet, brachte es lediglich auf 20 gebaute Exemplare. 2018 schieden die letzten davon bei Uzbekistan Airways aus dem Liniendienst aus. Das Flugzeug war ein Misserfolg – auch durch die Wirren der Nachwendezeit.

Iljuschin Il-114
Die erste Generation der Il-114 floppte. Bei der Il-114-300 soll es besser laufen - und das scheint es tatsächlich.

Aurora wird Launch Customer

Bei der Neuauflage der Il-114 soll nun alles besser laufen. Die grundlegend modernisierte Il-114-300 ist einer der großen Hoffnungsträger in Russland, was die zivile Luftfahrt anbelangt. Seit Ende 2020 ist ein erster Prototyp in der Luft, ein zweiter soll dieses Jahr noch folgen. 2023 will man die ersten Serienmaschinen an den Start bringen. Und seit gestern ist auch klar, bei welcher Airline das geschehen soll: Aurora, der Regional-Carrier aus dem Fernen Osten Russlands, unterzeichnete am Donnerstag auf dem Aviasalon MAKS eine Absichtserklärung für 19 Il-114-300. Die Flugzeuge werden von der staatlichen Gesellschaft GTLK geleast. Sie sind Teil eines "Programms zur Verbesserung der Verkehrserreichbarkeit in Fernost", wie es heißt. Der neue Turboprop soll den Luftverkehr in der dünn besiedelten Region buchstäblich beflügeln.

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Streng genommen ist der erste Prototyp der Il-114-300 gar nicht das, was er zu sein vorgibt. Er wurde bereits 1994 gebaut und erst nachträglich hochgerüstet.

Teilerfolg mit Schönheitsfehler

Gleichzeitig verhilft Aurora der Il-114-300 damit zu einem Durchbruch – wenn auch noch auf bescheidenem Niveau. Denn wenn die 19 bestellten Maschinen tatsächlich gebaut und ausgeliefert werden und man die beiden Prototypen mitzählt, wird es die neue Il-114 auf eine Gesamtstückzahl von mindestens 21 bringen. Das wäre ein Exemplar mehr als von der ursprünglichen Il-114 gefertigt wurden – auch wenn sich in dieser Milchmädchenrechnung ein kleiner Schönheitsfehler versteckt. Denn genau genommen ist der gegenwärtig beim Aviasalon vorgeführte Prototyp gar kein neues Flugzeug. Er wurde bereits 1994 als Il-114 gebaut und im Nachhinein zur Il-114-300 hochgerüstet. Erst der zweite Prototyp wird komplett aus Neuteilen gefertigt.

Zwölf Il-114-300 pro Jahr

Mit derlei Spitzfindigkeiten möchten sich die Verantwortlichen des Projekts aber lieber gar nicht abgeben. Mindestens 50 Il-114-300, so der Plan, sollen über die GTLK an russische Carrier verleast werden. Drei davon sollen an Vologda Air Enterprise gehen, die damit ihre alten Jak-40 ersetzen könnte. "Zu Beginn des Programms haben wir den Marktbedarf auf etwa 100 Flugzeuge geschätzt", sagt Sergej Jarkovoy von der staatlichen Flugzeugbau-Holding UAC. "Durch Sonderausführungen kann die mögliche Nachfrage auf 150 Flugzeuge gesteigert werden." Das würde dem Werk von RSK MiG in Luchowizy, wo die Il-114-300 endmontiert wird, für einige Jahre Arbeit verschaffen. Denn, so Jarkovoy weiter: "Unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten des Standorts ist es möglich, etwa zwölf Flugzeuge pro Jahr zu produzieren."

Hinweis: In einer vorigen Version des Artikels war von 19 Festbestellungen durch Aurora die Rede. Das ist falsch. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.