Russische Passagierjets SJ-100 und MS-21 sollen erst 2027 an Airlines gehen

Rostec-Chef nennt neuen Termin
SJ-100 und MS-21 sollen erst 2027 an Airlines gehen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.09.2026
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Sergej Tschemesow, Generaldirektor des russischen Staatskonzerns Rostec, hat im russischen Staatsfernsehen konkrete Angaben zum Auslieferungstermin der beiden russifizierten Passagierflugzeuge SJ-100 und MS-21-310 gemacht.

Sowohl der Superjet als auch der Mittelstreckenflieger MS-21-310 sollen demnach in der zweiten Jahreshälfte 2027 an ihre ersten Kunden übergeben werden. Vorausgesetzt ist natürlich, dass die noch laufenden Zulassungsverfahren für beide Muster planmäßig abgeschlossen werden.

Beide Flugzeugtypen sollen mit den extra für sie entwickelten heimischen Triebwerkstypen ausgeliefert werden: der Superjet SJ-100 mit dem PD-8, die MS-21 mit dem PD-14.

Wo die Zulassung gerade steht

Das Musterzertifikat für die SJ-100 wird nach neuestem Stand nun im ersten Quartal 2027 erwartet. Die Zulassung für die MS-21 mit PD-14-Antrieb soll Mitte des kommenden Jahres folgen. Die laufenden Testflüge der MS-21-310 kämen dabei "im vorgesehenen Tempo" voran, so der Chef der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazija, Dmitri Jadrow.

Ursprünglich sollte die MS-21 noch mit westlicher Technik an Bord schon zwischen 2016 und 2019 in Serie gehen. Nach den Sanktionen von 2022 stellte die Flugzeugbaugruppe OAK ihre Produktion auf heimische Bauteile um, und die Regierung kündigte 2023 einen Auslieferungsstart ab 2024 an. Unter anderem bei den Triebwerken, aber auch bei anderen, jetzt russischen, Komponenten kam es allerdings immer wieder zu Verzögerungen.

Weil Zulieferer die nötigen Stückzahlen nicht rechtzeitig produzieren konnten, verschob sich der Termin Ende 2023 auf 2025. Das erste Serienexemplar der MS-21 flog im August 2026 zum ersten Mal.

Erste Kunden

Startkunde der MS-21 ist die staatliche Aeroflot-Gruppe. Sie rechnet im vierten Quartal 2027 mit acht, 2028 mit zehn weiteren Maschinen. Für die SJ-100 sind die Regionalcarrier Red Wings und Azimuth die Erstabnehmer. Auch die fernöstliche Aurora hat Interesse an den Superjets.

Langsam aber sicher kommen, trotz der mannigfachen Verzögerungen, alle großen, "rein-russischen" Flugzeugprojekte in die Spur. Für die russifizierte Il-114-300 gibt es inzwischen sogar Exportabnehmer. Zwei indische Airlines wollen 85 Exemplare des Turboprops kaufen. Ein Kaufvertrag existiert allerdings noch nicht – der soll vor Ende des Jahres unterschrieben werden.