Der russische Katastrophenschutz ist aktuell in Serbien aktiv – mit einer Iljuschin Il-76P. Die zum Löschbomber umgerüstete Transportmaschine fasst in modular im Frachtraum mitgeführten Tanks bis zu 42.000 Liter Wasser – und gilt damit als eines der größten Löschflugzeuge weltweit.
Wie unter anderem die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti schreibt, entsandte das Katastrophenschutzministerium in Moskau die Il-76P samt Besatzung und Einsatzteam auf persönliche Anweisung von Präsident Wladimir Putin auf den Balkan. Vorangegangen war demnach ein offizieller Hilferuf aus Belgrad, da sich Serbien – ähnlich wie andere Länder in Süd- und Südosteuropa – seit Wochen mit starken Hitzewellen und dadurch begünstigten Waldbränden konfrontiert sieht.
"Die Partner wandten sich an Russland und baten um Hilfe angesichts der kritischen Eskalation der Brandsituation und der Bedrohung bewohnter Gebiete", schreibt RIA Novosti unter Berufung auf das Ministerium. "Die Entsendung einer Lufteinheit des Katastrophenschutzministeriums in die Republik Serbien ist ein klares Zeichen für Russlands Bereitschaft, zum Schutz von Menschen und Gebieten zu handeln und die Traditionen internationaler Solidarität und gegenseitiger Hilfe zu stärken", hieß es in Moskau dazu weiter.
Anreise durch bulgarischen Luftraum
Die russische Il-76P landete nach übereinstimmenden Berichten am vergangenen Mittwochabend, dem 19. August, auf dem Flughafen von Serbiens drittgrößter Stadt Niš. Bereits am Folgetag flogen die Russen ihre ersten Löscheinsätze im Naturschutzgebiet Deliblatska Pescara, wo seit Wochen Feuersbrünste wüten.
Um die Iljuschin nach Serbien zu überführen, musste allerdings zunächst die Europäische Union grünes Licht geben – schließlich ist es russischen Flugzeugen seit Ende Februar 2022 verboten, in den Luftraum von EU-Staaten einzufliegen. Serbien ist selbst zwar kein EU-Mitglied und trägt die Brüsseler Sanktionen gegen Russland nicht mit, allerdings kommt auf dem Luftweg kein Fluggerät von Russland auf serbisches Territorium, ohne zuvor ein EU-Land zu überfliegen.
Humanitäre Hilfsflüge sind von dieser Regel jedoch ausgenommen, und so erreichte die Il-76P auf Bitten Belgrads ihren Zielort Niš über bulgarischen Luftraum.

Die Iljuschin Il-76P zählt zu den größten Löschflugzeugen der Welt. Das Löschwasser befindet sich in modularen Tanks im Frachtraum und wird über das Hecktor abgeworfen.
Kein Löschflugzeug aus der EU verfügbar
Nach Angaben der serbischen Regierung hatte Serbien zunächst bei der EU um Nothilfe gebeten. Diese stünde den Serben im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus formell auch zu, allerdings war wegen der gegenwärtigen Waldbrandlage auf dem Kontinent wohl kein ausreichend großes Löschflugzeug verfügbar.
In Moskau wiederum sah man nach eigenen Angaben keinen Grund, das Ansuchen der Serben zu verweigern. "Die Region befindet sich in einer äußerst schwierigen Waldbrandsituation", kommentierte der russische Katastrophenschutz. "Das Ausmaß der Brände stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Infrastruktur und die Bevölkerung dar. Russland ist bereit, die notwendige Unterstützung zu leisten."





