US-Präsident Donald Trump will die amerikanische Billigfluggesellschaft Spirit Airlines mit einem staatlich gestützten Rettungsplan retten.
Zwei der drei maßgeblichen Gläubigergruppen haben ihre grundsätzliche Zustimmung signalisiert, das 500-Millionen-Dollar-Paket aus dem Weißen Haus zu akzeptieren.
Spirit ist eine der größten Billigfluggesellschaften der USA, mit 60 Zielen in Süd- und Nordamerika. Das Geschäftsmodell besteht wie bei den meisten Airlines in diesem ultragünstigen Segment aus einem niedrigen Grundtarif mit separaten Zusatzleistungen, wie Handgepäck oder Sitzplatzwahl.
Im November 2024 meldete die Fluggesellschaft erstmals Insolvenz an. Im August 2025 folgte ein erneuter Antrag auf Gläubigerschutz.
Über 7 Milliarden Dollar Schulden hat Spirit aufgetürmt. Die Probleme sind vielfältig, aber die Corona-Pandemie, schwache Nachfrage und die gescheiterte Übernahme durch JetBlue gelten als die Hauptgründe für die Insolvenz. Die Übernahme wurde wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken gestoppt.
Die gestiegenen Kerosinpreise im Zuge des Krieges der USA mit dem Iran ließen Spirits Verlustzahlen rasant ansteigen.
Warum will Trump die Airline retten?
Die Rettung der Airline soll Arbeitsplätze sichern. Jedenfalls sagt das Donald Trump. Bis zu 17.000 Arbeitsplätze könnten verloren gehen. Trump sagte in der vergangenen Woche, er würde es befürworten, wenn Spirit übernommen würde.
Er brachte eine Übernahme durch die Regierung selbst ins Spiel. Wie er persönlich von dem Deal profitieren könnte, ist unklar. Die vorhandene Flotte und die Vermögenswerte der Airline seien attraktiv und wenn die Ölpreise wieder fielen, ließe sich das Ganze mit Gewinn weiterverkaufen, so Trump.
Solange die USA und Israel sich nicht mit dem Iran auf einen Friedensplan einigen, ist das allerdings erstmal nicht in Sicht.
500 Millionen Dollar als Darlehen
Das Modell sieht vor, Spirit Airlines 500 Millionen Dollar zu leihen. Sollte Spirit erneut bankrottgehen, würde der Staat vor allen anderen Gläubigern das investierte Geld zurückerhalten.
Als Gegenleistung erhält der Staat Optionsscheine, die 90 Prozent der Unternehmensanteile an der neu aufgestellten Spirit repräsentieren. Der Staat wäre also faktisch Mehrheitseigentümer.
Die restlichen 10 Prozent der Anteile plus neue Schuldtitel gehen an die Gläubiger, die Spirit bisher fast eine Milliarde Dollar geliehen haben und jetzt zumindest einen kleinen Teil davon zurückbekommen würden.
Das Modell geht allerdings nur dann auf, wenn Spirit sich erfolgreich saniert und wieder profitabel wird. Faktisch kann das nur passieren, wenn die Kerosinpreise sinken. Das hängt vor allem von einem langfristigen Frieden mit dem Iran ab, der die Blockade der Straße von Hormus beendet. Dann könnte der Staat seine Anteile an Spirit mit Gewinn weiterverkaufen.
Sollte Spirit es allerdings nicht schaffen, wieder Geld zu erwirtschaften, wäre die staatliche Investition verloren. Es wäre nach den Corona-Hilfen für die großen Carrier der erste bedeutende staatliche Eingriff in der US-Luftfahrtindustrie. Viele Republikaner, die sich dem freien Markt verschrieben haben, kritisieren Trumps-Plan als verschwiegenen Eingriff in die Marktdynamiken.
Weitere Billigcarrier brauchen dringend Geld. Aber auch die großen US-Airlines leiden unter den Kerosinpreisen. Delta und United haben ihre Wachstumspläne zurückgefahren. Die klassischen Full-Service-Carrier können die Kosten jedoch einfacher umlegen, ohne dabei die Nachfrage zu gefährden.





