Im Wettbewerb mit der F-35: Saab bietet Gripen-E-Produktion in Portugal an

Im Wettbewerb mit der F-35
Saab bietet Gripen-E-Produktion in Portugal an

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.04.2026
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Sieben Saab Gripen E/F stehen auf einer Startbahn, von oben fotografiert
Foto: Saab

Portugal will seine F-16-Flotte ersetzen. Dabei hat das Land neben der US-amerikanischen F-35 auch die schwedische Saab Gripen E im Auge. Um das Angebot attraktiver zu machen, könnte Saab einen Teil der Produktion in Portugal stattfinden lassen.

Wie CNN Portugal berichtet, schließt das Unternehmen nicht aus, bei einem erfolgreichen Vertragsabschluss eine eigene Endmontagelinie auf portugiesischem Boden zu errichten.

Gripen-Geschäftsführer Johan Segertoft machte gegenüber CNN Portugal deutlich, dass das Industrieangebot modular gestaltet sei und zwar unabhängig davon, ob Portugal eine vollständige Gripen-Flotte oder eine gemischte Lösung anschaffe.

Sollte Lissabon grünes Licht geben, könnte der staatliche Wartungsbetrieb OGMA Rumpfkomponenten fertigen. Saab betreibt dieses Modell nach eigenen Angaben bereits erfolgreich mit Embraer in Brasilien. Der erste Jet aus brasilianischer Herstellung wurde vor einem Monat aus der Halle gerollt.

Im Softwarebereich kooperiert der Konzern bereits eng mit dem portugiesischen Technologieunternehmen Critical Software, das derzeit den Piloten-Trainingssimulator für den Gripen entwickelt.

Montagelinie auch in Kanada angedacht

Der Vorschlag ist für den Gripen-Hersteller nichts Neues. Immerhin hatten die Schweden eine Fertigungslinie in Kanada vorgeschlagen, als diese Interesse an der Gripen zeigten. Allerdings hatten sich die Kanadier für die F-35 Lightning II entschieden. Eine Montagelinie für die Kampfflugzeuge in Kanada kam im vergangenen November wieder ins Gespräch, um den Bedarf aus der Ukraine zu decken.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte eine Absichtserklärung zum Kauf von 150 Gripen E unterzeichnet. In Schweden ließe sich der Bedarf nicht decken. Auch eine Montagelinie in der Ukraine könnte in Betracht kommen. Bisher gibt es allerdings noch keine Flugzeugbestellung.

F-35 als größte Konkurrentin

Portugal hatte sich eigentlich bereits auf die F-35 festgelegt und dann Alternativen zum Ersatz der F-16 in Betracht gezogen. Grund war vor allem die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten. Verteidigungsminister Nuno Melo sagte Anfang 2025, die USA seien nicht mehr der verlässliche Verbündete früherer Jahrzehnte.

Roll-out der ersten Saab Gripen E aus Brasilien bei Embraer.
Embraer

Die Abhängigkeit von US-Software und Ersatzteilen machte ihm damals am meisten Sorgen. Die Schweden setzen dagegen auf das Versprechen industrieller Wertschöpfung im Land und eine Unabhängigkeit von amerikanischen Systemen. Damit bedienen sie das gesteigerte Souveränitätsstreben vieler europäischer Länder.