Als eine SR-71 in Deutschland notlanden musste: Triebwerksausfall beim Mach-3-Jet

Triebwerksausfall beim Mach-3-Jet
Als eine SR-71 in Deutschland notlanden musste

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.06.2026
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Der lange Zeit streng geheime Zwischenfall trug sich am 29. Juni 1987 über der Ostsee zu. Eine amerikanische SR-71, ein strategischer Mach-3-Höhenaufklärer, war auf dem Weg von Mildenhall in Großbritannien über die Barentssee und mit einer weiteren Schleife entlang der Ostsee, als in 22.000 Metern Flughöhe bei Mach 3 ein Triebwerk ausfiel. Der zweistrahlige Aufklärer mit der Bordnummer 117964 verlor schnell an Höhe und war nach wenigen Minuten, nahe der schwedischen Grenze bei Gotland, bereits auf 7500 Meter Höhe gesunken. Damit konnte sich der Aufklärer nicht mehr durch extreme Höhe und Geschwindigkeit schützen – und sein Treibstoffverbrauch stieg massiv an.

Die Schweden schickten Abfangjäger zu dem Flugzeug, das bereits den Notfallcode 7700 abstrahlte, und identifizierten die SR-71 auch visuell. Aufgrund der Umstände mussten sie mit einem baldigen Absturz und einem Notausstieg der SR-71-Besatzung über schwedischem Territorium rechnen. Entsprechend angespannt gestaltete sich die Lage.

Die Viggen-Abfangjäger geleiteten die SR-71 durch Luftraum des neutralen Schweden bis nach Dänemark, also wieder in den NATO-Luftraum. Von dort aus erreichte die SR-71, nun nur noch 4000 Meter hoch, schließlich mit den letzten Kerosin-Reserven den deutschen Militärflughafen Nordholz in Niedersachsen, wo die Blackbird-Piloten ihren havarierten Mach-3-Jet sicher landeten.

USAF

"Wir wussten nicht, wer uns zuerst entdecken würde", erinnerte sich Tom Veltri, einer der beiden Piloten der SR-71 an diesen besonderen Einsatztag. "Den schwedischen Abfangjäger an unserer Seite zu sehen, war eine große Erleichterung. Ich bin mir absolut sicher, dass die schwedische Anwesenheit nahe unserer SR-71 dazu geführt hat, dass sowjetische Jagdflugzeuge weit entfernt blieben und daher nicht zum Einsatz kommen konnten."

Die schwedischen Viggen-Piloten Krister Sjöberg, Roger Möller, Lars-Eric Blad und Bo Ignell wurden von der US Air Force für ihre Hilfe am 29. Juni 1987 über der Ostsee mit der Air Medal ausgezeichnet – allerdings erst viele Jahre später. Der Vorfall war 30 Jahre lang geheim gehalten worden und erst nach der offiziellen Freigabe der Akte wurde die Ehrung der Schweden möglich: Sie fand Anfang Dezember 2018 in der US-Botschaft in Stockholm statt.