A380 im Qatar-Bootcamp Airbus
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Trainieren fürs Comeback: A380 im Qatar-Bootcamp

Trainieren fürs Comeback A380 im Qatar-Bootcamp

Qatar-Chef Al-Baker mag den Airbus A380 nicht. Trotzdem sieht er sich gezwungen, den Doppelstock-Riesen wieder in die aktive Flotte aufzunehmen. Mitte Dezember soll es losgehen. Am Qatar-Hub Doha fliegen sich zwei A380 schon einmal warm für ihr Comeback. Und wie!

Paris und London: Diese beiden Städte hat Qatar Airways als erste Ziele für die Rückkehr der A380 auserkoren. Nachdem Airline-Chef Akbar Al Baker seit dem Grounding der zehn Maschinen starken Teilflotte im März 2020 kaum eine Gelegenheit hatte verstreichen lassen, das einst von ihm selbst georderte Muster mit Dreck zu bewerfen, musste der exzentrische Geschäftsmann Ende September zurückrudern: kleinlaut bekundete Al Baker, dass er die A380 doch noch brauche – und zwar mindestens fünf, vielleicht sogar alle zehn. Offizieller Grund dafür sind die anhaltenden Probleme, die Qatar mit ihren A350 hat, und für die es anscheinend keine Lösung gibt. Ein Teil der Flotte ist gegroundet, die fehlende Kapazität muss Qatar nun mit der A380 auffangen. Am 15. Dezember sollen die ersten "Doppeldecker" ihr Comeback feiern.

Airbus
Qatar Airways besitzt zehn A380. Mindestens fünf sollen reaktiviert werden - vielleicht sogar alle zehn.

130 Flüge in 24 Tagen

Um für dieses Comeback ausreichend fit zu sein, durchlaufen Crews und Flugzeuge in Katar seit rund einem Monat ein regelrechtes "Bootcamp". Durchschnittlich sechs Mal pro Tag stieg etwa die A380 mit dem Kennzeichen A7-APG seit dem 12. November in den Himmel über Doha. Zwischen dem 6. April 2020 und dem 2. November 2021 stand der Vierstrahler eingemottet am (alten) Doha International Airport. Dann absolvierte er einen kurzen Testflug – und steckte zehn Tage später schon voll im Trainingsmodus. Inzwischen hat die A7-APG fast 130 Flüge absolviert, die alle zwischen 26 und 49 Minuten dauerten.

Die meisten Einsätze begannen und endeten am neuen Flughafen Hamad International, doch von Zeit zu Zeit steuerten die Piloten auch den nahagelegenen alten Airport an. Seit dem 1. Dezember wird die fünfeinhalb Jahre alte A7-APG im Training von ihrer gut vierjährigen Schwestermaschine A7-API unterstützt. Auch diese A380 absolvierte seither bis zu acht Flüge pro Tag. Ein dritter Qatar-Superjumbo, die A7-APH, steht nach einem Testflug am 24. November ebenfalls in den Startlöchern für ein Comeback.

Zweimal am Tag nach Heathrow

Mit Hilfe der Trainingsflüge will Qatar Airways den wieder eingestellten A380-Besatzungen die nötige Flugpraxis vermitteln, die seit dem Corona-Grounding der Teilflotte im Frühjahr 2020 nicht mehr existent war. Vor allem Starts und Landungen stehen im Fokus. Derart aufgefrischt, werden ab Mitte kommender Woche die ersten A380-Piloten von Qatar die Airports Paris-Charles de Gaulle und London Heathrow anfliegen – letzteren sogar zweimal täglich. Damit feiert bei Qatar zugleich die First Class ihr Comeback, denn außer der A380 besitzt der katarische Flag Carrier kein Flugzeugmuster mit Erste-Klasse-Bestuhlung. Kein Wunder also, dass mancher Beobachter den Hauptgrund für Akbar Al Bakers 180-Grad-Schwenk in Sachen A380 eher in diesem Aspekt begründet sieht als in Kapazitätsengpässen wegen stillgelegter A350...

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