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Neuauflage der Do 328 in Leipzig

Bau der D328NEU soll 2023 starten

Foto: Samuel Pichlmaier

Ab 2023 soll am Flughafen Leipzig/Halle eine Neuauflage der Dornier Do 328 produziert werden. Das US-amerikanische Luft- und Raumfahrtunternehmen Sierra Nevada Corporation (SNC) will dafür 80 Millionen Euro am neuen Produktionsstandort investieren.

Zum Auftakt der ersten Nationalen Luftfahrtkonferenz am Flughafen Leipzig wurde heute Vormittag die Wiederaufnahme der Produktion der Dornier Do 328 bekannt gegeben. Investor für die Neuauflage der Do 328 ist das US-amerikanische Luft- und Raumfahrtunternehmen Sierra Nevada Coporation (SNC). Zusammen mit der 328 Support Services GmbH (328SSG) verkündete SNC die Pläne für ein Investitionsvolumen von rund 80 Millionen Euro am Standort Leipzig/Halle für Infrastruktur, Produktionshallen und Maschinen für die Endmontage der neuen Do 328.

Foto: Freistaat Sachsen
Guter Dinge: Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig und Dave Jackson, Geschäftsführer der DRA GmbH, im Cockpit der Do 328 in Leipzig.

250 Arbeitsplätze sollen entstehen

Die 328SSG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Sierra Nevada Corporation und Inhaber der Musterrechte für die Dornier Do 328. Für die Neuauflage des Regionalflugzeugs unter der Typenbezeichnung D328NEU wird die Tochtergesellschaft DRA GmbH des US-Unternehmens in Leipzig angesiedelt. Langfristig will die DRA GmbH am Flughafen Leipzig/Halle bis zu 250 neue Arbeitsplätze schaffen. Das Werk soll nördlich der Autobahn A14 am Flughafen entstehen. Für die neuen Infrastrukturprojekte will der Freistaat Sachsen insgesamt rund 6,5 Millionen Euro investieren. Entwickelt wird die modernisierte Turboprop-Zweimot wie ihre Vorgängerin in Oberpfaffenhofen bei München. Dort sollen durch das Projekt weitere 120 neue Arbeitsplätze entstehen. Auch der weltweite Support für die Do 328-Flotte soll in Oberpfaffenhofen verbleiben.

Foto: Freistaat Sachsen
Im ersten Quartal soll der Startschuss für die D328NEU erfolgen. Die Projektverantwortlichen posieren schon einmal vor einer aufgehübschten "Do 328alt" aus Oberpfaffenhofen (von links: Jon Burgoyne, Sierra Nevada Corporation, Luft- und Raumfahrtkoordinator Thomas Jarzombek, Dave Jackson, Geschäftsführer der DRA GmbH, Nico Neumann, Fertigungsleiter D328NEU, Wirtschaftsminister Martin Dulig)

Rundum erneuerte Do 328 mit 39 Sitzen

Die Neuauflage der Do 328 erhält ein Rundum-Update: Geplant sind eine neue, erweiterte Kabine, neue Triebwerke und leisere Propeller für die zweimotorige Maschine. Auch die Avionik wird auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Mit einer Reisegeschwindighkeit von über 600 km/h und bis zu 2000 Kilometern Reichweite soll die D328NEU vor allem im Bereich des regionalen Passagierverkehrs Käufer finden. 39 Passagiere sollen in der Neuauflage Platz finden. Ab 2023, spätestens 2024 soll die Produktion anlaufen. Dann ist auch die Auslieferung der ersten Maschinen geplant. Ebenso planen die Projektverantwortlichen, die D328NEU auch als Marine-Patrouillenflugzeug sowie als Militärtransporter anzubieten.

Zu geplanten Fertigungszahlen und Marktchancen wollte sich Nico Neumann, Produktionschef der 328SSG, noch nicht äußern. Der Start des Projekts soll jedoch definitiv im ersten Quartal 2020 erfolgen. Die Investition ergebe schon deshalb Sinn, da in den kommenden Jahren zahlreiche ältere Turboprop-Flugzeuge von den Betreibern außer Dienst gestellt werden, betonte das Unternehmen. Einen adäquaten Ersatz im Größenspektrum der 30- bis 40-Sitzer biete der Markt aktuell nicht – hier soll die neue Do 328 punkten. Auch an eine Hybrid-Variante denkt das Unternehmen – allerdings erst in einem „zweiten Schritt“. Die Jet-Version der Do 328 soll allerdings nicht neu aufgelegt werden.

„Die Unterzeichnung der Absichtserklärung war ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Produktion in Deutschland. Die D328NEU, ein Flugzeug mit der DNA und der Zuverlässigkeit der Dornier Do 328, wird eine ideale Plattform bieten, um unter Berücksichtigung neuester Technologien eine wirtschaftliche Produktion in Deutschland sicher zu stellen“, sagte DRA-Geschäftsführer Dave Jackson.

Foto: Samuel Pichlmaier
Die Technischen Daten der geplanten D328NEU
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