Emirates will bei einer Normalisierung der Lage am Persischen Golf schnell wieder zum Vorkriegsstatus aufschließen. "Solange Dubai eine Stadt bleibt, die für alle möglichen Menschen eine enorme Anziehungskraft ausübt, dann werden die Leute vergessen", sagte Emirates-Chef Tim Clark diese Woche auf einer Branchenkonferenz in Berlin, schränkte aber ein: "Vorausgesetzt, wir finden eine Lösung für die Krise und es kehrt ein gewisses Maß an Stabilität und Ruhe ein."
Der Iran-Krieg hält die Golfdrehkreuze Dubai, Abu Dhabi und Doha seit 28. Februar im Klammergriff. Wie schnell die Region die Krise nach einem Kriegsende abstreift und die Hubs wieder hochfahren – offen. Die Frage treibt auch Boeing um. "Bislang sind keine Auswirkungen zu spüren", versicherte Boeing-Vorstandschef Kelly Ortberg diese Woche vor Investoren.
Für die 777X, die Boeing ab 2027 ausliefern will, ist das Dreieck Dubai, Abu Dhabi, Doha der weltweit wichtigste Absatzmarkt. Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways stehen mit zusammen 409 Flugzeugen der neuen Interkontserie für 78,5 Prozent aller bislang verkauften 777X. Allein Emirates hat 270 777-9, 777-8 und 777-8F bestellt.
Boeing will fünf 777X pro Monat bauen
Ausgehend von einer Anfangsrate von 2,5 Flugzeugen pro Monat will Boeing die 777X-Produktion mittelfristig auf fünf Monatseinheiten einstellen. Dies sei eine "vernünftige Rate" für das Programm, sagte Kelly. Der Hochlaufplan steht und fällt mit der Annahmefähigkeit der Golfkunden.
Über alle Programme liefert Boeing rund jedes siebte Flugzeug in den Nahen Osten. Noch habe kein Kunde spätere Liefertermine angefragt, sagte Kelly. Boeing sei aber auch darauf vorbereitet.
"14 Prozent unseres Backlog entfallen auf Kunden im Nahen Osten, aber zwei Drittel dieses Auftragsbestands werden erst 2030 oder später ausgeliefert", sagte der Manager.
Falls ein Kunde in Probleme geraten sollte, könne Boeing die Lieferabfolge "innerhalb eines Zeitraums von 12 bis 18 Monaten" anpassen – und andere Abnehmer vorziehen. Er habe bereits Anrufe anderer Airlinekunden erhalten, "die bereit sind, Bestellungen früher anzunehmen, wenn sich eine Gelegenheit ergibt", sagte Kelly.





