in Kooperation mit
5 Bilder

DLR kämpft gegen Triebwerkslärm

Druckluft mindert Geräusche DLR kämpft gegen Triebwerkslärm

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt testet ein neues System, das mit Hilfe von Drucklufteinspeisung in ein Triebwerk den Lärm reduzieren soll.

Die Forschungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf dem Gebiet der aktiven Lärmminderung bei Flugtriebwerken sind ein gutes Stück weiter. Auf dem Versuchsverdichterprüfstand beim Institut für Antriebstechnik in Köln konnte erstmals der Lärm mit Hilfe von gezielter Einspeisung von Druckluft reduziert werden. "Am Triebwerkseinlass entsteht der mit Abstand störendste Ton dort, wo sich der Hauptrotor mit hoher Geschwindigkeit vor einer fest installierten, weiteren Schaufelreihe, dem sogenannten Stator, dreht. Mit dem Druckluftverfahren ist es uns gelungen, die Lautstärke des besonders störenden Rotor-Stator-Tons für  kritische Abstrahlwinkel aus dem Triebwerk um bis zu zehn Dezibel zu senken. In der menschlichen Wahrnehmung  entspricht das etwa einer Halbierung der Lautstärke", sagt Prof. Dr. Lars Enghardt vom DLR-Institut für Antriebstechnik.

Mehrere mit Löchern versehene Ringe hinter dem Laufrad blasen gezielt Druckluft ein und erzeugen einen Gegenschall zum Lärm, der vom Luftstrom im Übergang von der Lauf- zur Leitscheibe erzeugt wird. Die Herausforderung besteht unter anderem darin, dass der auszuschaltende Ton nicht nur in einer Richtung leiser gemacht wird, sondern in alle Richtungen. Das Regelungssystem wurde von Airbus Group Innovations entwickelt. Bei den Tests wurde das Ultra-High-Bypass-Ratio-Rig (UHBR) wie ein Triebwerk beim Landeanflug mit niedrigen Drehzahlen betrieben. Ein Gerüst erlaubte die Anordnung von Mikrofonen an jede Position vor dem Triebwerkseinlauf.