D328MR und D328eco: Neue Flugzeuge aus Deutschland für die Bundeswehr?

D328MR und D328eco
Neue Flugzeuge aus Deutschland - auch fürs Militär

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.06.2026
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D328MR von Deutsche Aircraft über dem Meer im Tiefflug (Animation)
Foto: Deutsche Aircraft

Die D328eco von Deutsche Aircraft knüpft an die Dornier 328 an, ist aber vom Rumpf bis zu den Triebwerken neu gedacht.

Die Basis der ersten D328eco ist tatsächlich ein originales Dornier-328-Exemplar aus Oberpfaffenhofen. Die Techniker zerschnitten den Rumpf an zwei Stellen, um ihn um gut zwei Meter zu verlängern.

Das schafft Platz für bis zu 40 Passagiere statt bisher 33. Dazu kommen eine vollständig neue Avionik, neue Siebenblatt-Propeller und neue Triebwerke. Verbaut sind zwei PW127XT-S von Pratt & Whitney Canada, die sich laut Deutsche Aircraft auch mit nachhaltigem Flugkraftstoff betreiben lassen sollen.

Insgesamt bringt es das Regionalflugzeug auf 600 km/h Reisegeschwindigkeit, 2000 Kilometer Reichweite, über 9000 Meter Flughöhe und eine Startstrecke von nur 1000 Metern. Letzteres macht die Maschine auch für Einsätze abseits großer Flughäfen interessant.

Neben dem zivilen Markt richtet Deutsche Aircraft den Blick auf militärische Anwendungen. Eine militärische "Off-the-shelf"-Lösung, also sofort verfügbar ohne lange Sonderentwicklungen, ist hier geplant. Spezialanfertigungen dauern länger und kosten mehr, räumt Verkaufschef Marcus Hahner im Gespräch mit der FLUG REVUE auf der ILA 2026 ein.

Militärversion (auch) für die Bundeswehr?

Die militärische Version, D328MR, hat laut Hahner bereits Interessenten angezogen. Gespräche laufen hier unter anderem mit der Bundeswehr, wie der Sales Director angibt.

Später soll sich die D328MR als Aufklärer sowie als Transportflugzeug für Personal und Material oder als Medevac-Plattform nutzen lassen. Das anpassungsfähige Layout des Flugzeugs lasse vieles zu, erklärt Hahner.

Die Türen können während des Fluges geöffnet werden, was den Abwurf von Rettungsmitteln oder den Einsatz von Sensorsystemen ermöglicht.

Für Aufklärungsaufgaben lässt sich die Maschine mit optomechatronischen Systemen, elektromagnetischer Aufklärungselektronik und Sensorarbeitsplätzen ausrüsten.

D328MR, Special Mission, Deutsche Aircraft
Deutsche Aircraft

Wann fliegt der Prototyp endlich?

Noch aber ist das Zukunftsmusik, denn zunächst muss Deutsche Aircraft die D328eco in die Spur bringen.

Ende Mai 2025 rollte der erste Prototyp, intern TAC 1 genannt, in Oberpfaffenhofen aus der Halle – damals allerdings noch ohne Triebwerke. Ein konkreter Zeitplan für die anstehenden Flugtests wurde noch nicht veröffentlicht.

Der Erstflug ist allerdings laut Verkaufschef Hahner für das laufende Jahr geplant, die Eröffnung einer neuen Endmontagefabrik am Flughafen Leipzig-Halle soll ebenfalls noch 2026 folgen. Dort soll die D328eco künftig in Serie gebaut werden. Erste Kundenaufträge liegen bereits vor, weitere sollen in Kürze folgen.

Das Interesse für die D328eco komme aus aller Welt, so der Sales Director. Besonders Potenzial sieht der Hersteller derzeit in Asien, Afrika, und Südamerika, und auch in Nordamerika gäbe es Absatzmöglichkeiten. In Europa sieht Deutsche Aircraft zumindes den zivilen Markt als kleiner – wittert aber auch hier seine Chance.

Kostengünstig im Betrieb

Der entscheidende Vorteil der D3289eco liegt laut Marcus Hahner in der Wirtschaftlichkeit. Die Maschine werde das "modernste und kosteneffizienteste Flugzeug seiner Klasse" und bringt es es auf den Punkt: "Die D328 ist ein schönes, kleines, flexibles Flugzeug ‚made in Germany.‘"