DLR baut seine Do 328 auf Brennstoffzellenantrieb um

Ergänzung mit zwei Elektrotriebwerken
DLR-Do 328 testet künftig Brennstoffzellenantrieb

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.06.2026
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Emissionen D328 UpLift_Landebahn
Foto: DLR

Das DLR zeigt seine Do 328-100 am Donnerstag bei einem Besuch des Luftfahrt-Presseclubs (LPC) auf der ILA vor Luftfahrtjournalisten, darunter der FLUG REVUE. Die fliegende Testplattform mit vorläufiger Verkehrszulassung wird für anstehende Testkampagnen jeweils umgerüstet, fliegt zeitweise als "Experimental" und wird anschließend wieder auf ihre Standardkonfiguration zurückgerüstet. Die letzte große Messkampagne betraf die Erprobung von synthetischem Kerosin (SAF) aus nachhaltigen Quellen und die Frage, wie sauber das Abgas von SAF-Flugzeugen ist. Die Do 328 flog dazu erfolgreich mit 100 Prozent SAF. Die modernsten Serienflugzeuge schaffen bisher ab Werk nur 50 Prozent SAF-Beimischungsanteil. Allerdings beklagen sich Airlines darüber, dass es am Markt viel zu wenig SAF zu kaufen gebe. Nur rund ein Prozent der schon heute bestehenden Nachfrage könne bisher tatsächlich gedeckt werden.

Großer Umbau in Oberpfaffenhofen

Als andere aussichtsreiche Antriebstechnologie für die Luftfahrt gilt die Brennstoffzelle. Dafür wird Wasserstoff in Drucktanks an Bord mitgeführt und dessen Energie in elektrischen Strom umgewandelt. Für Tests der Brennstoffzellentechnik will das DLR seine Do 328 bei Deutsche Aircraft in Oberpfaffenhofen umbauen lassen. Die schnelle Turboprop-Twin erhält dazu verstärkte Flügel mit Aufhängungen für zwei zusätzliche, elektrische Außentriebwerke. Diese können später im Flug mit Brennstoffzellenstrom gespeist werden, während als Rückfallebene die normalen Triebwerke weiter zur Verfügung stehen.

Extra-Kühlung für die Brennstoffzelle

Außerdem erhält der Testträger zwei Kühlanlagen an den Rumpfseiten, denn besonders bei Startleistung muss die Wärme der Brennstoffzellen abgeführt werden. Der derzeit innen weitgehend leere Rumpf wird im hinteren Bereich den voluminösen Wasserstofftank aufnehmen. Ob man mehrere kleine Tanks einbaut, die noch durch die Tür passen, oder ob andere Lösungen gesucht werden, ist Gegenstand der aktuell laufenden Forschungsarbeit. Die ingenieurseitige Betreuung erfolgt dazu auf Herstellerseite durch Deutsche Aircraft.

Schritt für Schritt zum Elektroflug

Die DLR-Forscher planen vor der Aufnahme der eigentlichen Testflüge eine längere Vorbereitungszeit und ein schrittweises Vorgehen, bevor die Do 328 tatsächlich mit Strom aus Wasserstoff fliegt. Zunächst soll testweise entstehender Strom an Bord mit Hilfe von Widerständen verbraucht werden, noch bevor die elektrischen Testtriebwerke installiert sind.