MTU Aero Engines kommt mit der Entwicklung ihrer Flying Fuel Cell (FFC) voran: Nach erfolgreichen Tests der zentralen Wasserstoff- und Luftversorgungssysteme stehen die ersten integrierten Demonstratoren vor der Erprobung. Das teilte der deutsche Triebwerkshersteller auf der Farnborough International Airshow mit.
Nachdem bereits das Flüssigwasserstoff-Treibstoffsystem (Hydrogen Fuel System) validiert wurde, hat die MTU nun auch das sogenannte Fuel Cell Hydrogen System erfolgreich unter nach eigenen Angaben anspruchsvollen Betriebsbedingungen getestet. Das Fuel Cell Hydrogen System versorgt die Brennstoffzelle mit gasförmigem Wasserstoff. Auch die Luftversorgung wurde erprobt. Am MTU-Standort München seien zentrale Performance- und Regelungsmodelle validiert und für die nächsten Entwicklungsstufen qualifiziert worden, so die MTU. Die beiden Versorgungssysteme seien die Basis für die anstehenden Integrations- und Demonstrationsprogramme.
Demonstrator mit 600 kW
Derzeit bereitet sich die MTU auf die integrierte Erprobung der Brennstoffzelle vor. Der erste seriennahe 350-kW-Brennstoffzellen-Stack wird in München aufgebaut. Parallel dazu entsteht dort ein Full-System-Demonstrator mit 600 kW Leistung, an dem sämtliche Komponenten, Subsysteme und Regelungsfunktionen im Zusammenspiel getestet werden. Damit will der Triebwerkshersteller die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems unter flugähnlichen Bedingungen nachweisen und Erkenntnisse für die Entwicklung eines späteren Flugantriebs gewinnen. Beide Testkampagnen sollen noch in diesem Jahr in München auf den beiden Brennstoffzellen-Prüfständen beginnen, die derzeit in Betrieb genommen werden. Flugtests sind mit dem Full-System-Demonstrator nicht geplant.
Parallel zum Full-System-Demonstrator arbeitet die MTU im Rahmen des europäischen Luftfahrtforschungsprogramms Clean Aviation an einem 1,8 Megawatt starken System. Im Projekt namens HEROPS (Hydrogen-Electric Zero Emission Propulsion System) entstehen mit Partnern Technologien für einen wasserstoffbetriebenen elektrischen Antriebsstrang, der ab 2035 Regionalflugzeuge antreiben könnte. Die Designphase ist abgeschlossen, nun steht die Validierung der Schlüsseltechnologien an.
Im Dialog mit der EASA
Doch es wird nicht nur geforscht. Die MTU hat ihre seit fünf Jahren bestehende Innovationskooperation mit der europäischen Luftfahrtbehörde EASA verlängert, um an den Grundlagen für die Zertifizierung fliegender Brennstoffzellen zu arbeiten. Regulatorische Anforderungen sollen so früh in die Entwicklung einfließen und den Weg für eine spätere Musterzulassung ebnen.
Vor wenigen Wochen haben die MTU und Airbus zudem angekündigt, ein Gemeinschaftsunternehmen gründen zu wollen, das die Entwicklung und Vermarktung einen Wasserstoff-Brennstoffzellenantriebs vorantreibt.






