Triebwerk von Rolls-Royce: Britische Regierung unterstützt UltraFan-Entwicklung

Künftiges Narrowbody-Triebwerk von Rolls-Royce
Britische Regierung unterstützt UltraFan-Entwicklung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.11.2026
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Britische Regierung unterstützt UltraFan-Entwicklung
Foto: Rolls-Royce

Mit dem UltraFan 30 will Rolls-Royce wieder in den Markt der Antriebe für Standardrumpfflugzeuge einsteigen. Diese Pläne haben jüngst ordentlichen Schub bekommen: Die britische Regierung hat in ihrer Haushaltserklärung Ende Oktober ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungsprogramm mit Rolls-Royce über die kommenden zehn Jahre angekündigt, das mit 2,5 Milliarden Pfund (rund 3 Mrd. Euro) unterstützt wird. Damit sollen moderne Gasturbinentechnologien für die zivile und militärische Luftfahrt entwickelt werden. Explizit genannt werden Triebwerke für die nächste Narrowbody-Generation, also die Nachfolger des Airbus A320 und der Boeing 737.

"Dies ist ein Meilenstein für die britische Luft- und Raumfahrtindustrie", wird Tufan Erginbilgic, CEO von Rolls-Royce, in einer Pressemitteilung des Triebwerkshersteller zitiert. "Die Luft- und Raumfahrt ist ein wachsender und weltweit attraktiver Markt, und dieses Programm in Zusammenarbeit mit der Regierung ist entscheidend, damit Großbritannien wettbewerbsfähig bleibt." Mithilfe des Programms sollen bis Ende 2029 in Großbritannien 3300 Arbeitsplätze bei Rolls-Royce und bei Zulieferern gesichert werden, heißt es von Rolls-Royce und der britischen Regierung.

Keine Nachfrage nach großem UltraFan

Rolls-Royce hat 2014 mit der Entwicklung des UltraFan begonnen, damals noch als Nachfolger der Trent-Großtriebwerke. Im Lauf der Zeit zeigte sich allerdings, dass es vorerst kein passendes, neues Langstreckenflugzeug für den UltraFan geben würde. Bereits früher hatte Rolls-Royce betont, dass die Technologie skalierbar sei.

2024 hat der Triebwerkshersteller schließlich angekündigt, eine kleinere Version des UltraFan entwickeln zu wollen. Geplant ist der Bau eines Bodendemonstrators, der 2028 getestet werden soll. Unterstützt wird das Vorhaben von mehreren Clean-Aviation-Projekten, darunter HEAVEN (noch bis Ende 2026), UNIFIED (seit Januar 2026 bis Dezember 2029) und ELEVATED (ab Anfang 2027).

Getriebe aus Deutschland

Der sogenannte UltraFan 30 – die 30 steht für 30.000 Pfund Schub, das sind 133,45 kN – wird mit zahlreichen neuen Technologien ausgestattet. Zentral ist ein Getriebe zwischen Niederdruckturbine und Bläser, ähnlich wie beim Getriebefan von Pratt & Whitney für die A320neo-Familie. Hinzukommen leichte und feste Bläserschaufeln aus Kohlefaserverbundwerkstoffen mit Titanvorderkante, ein leichtes Gehäuse aus Faserverbundmaterialien, hybrid-elektrische Komponenten sowie eine Magerbrennkammer. Das Getriebe wird bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz entwickelt. Rolls-Royce will mit dem UltraFan 30 dazu beitragen, den Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen im Vergleich zu heutigen Narrowbody-Antrieben zu senken.

Rolls-Royce hatte sich 2011 mit dem Ausstieg aus dem Triebwerkskonsortium IAE (Pratt & Whitney, Japanese Aero Engine Corporation, MTU Aero Engines, Avio Aero) aus dem Narrowbody-Triebwerksmarkt verabschiedet. Für den UltraFan 30 sucht Rolls-Royce nun neue Partner. Das spanische Luftfahrtunternehmen ITP Aero gilt als heißer Kandidat, weil es von Beginn an beim UltraFan-Programm mitwirkt. Ob sich noch andere Partner finden, bleibt abzuwarten. "Wenn wir das allein verfolgen müssten, könnten wir", sagte Rob Watson, President of Civil Aerospace bei Rolls-Royce, bei einem Medienbriefing im Juli 2026 in Derby.