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Triebwerkshersteller präsentiert Jahreszahlen 2015

MTU erneut mit Rekordgewinn

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Mit 306,9 Millionen Euro übertrifft der deutsche Triebwerkshersteller MTU Aero Engines seinen bisherigen Rekordgewinn nach Steuern im Jahr 2014 um satte 21 Prozent. Vor allem die zivile Instandhaltung konnte zulegen.

Neben dem Gewinn nach Steuern erreichten auch Umsatz und operatives Ergebnis bei MTU neue Höchstwerte: der Umsatz stieg auf 4.435,3 Millionen Euro (2014: 3.913,9 Millionen Euro). Das operative Ergebnis legte um 15 Prozent auf 440,3 Millionen Euro zu (2014: 382,7 Millionen Euro). Das gab das Unternehmen am Dienstag bei der Präsentation des vorläufigen Jahresabschlusses in München bekannt.

„Damit haben wir unsere Ergebnisprognosen, die wir im Sommer nach oben angepasst hatten, um jeweils mehr als 10 Millionen Euro deutlich übertroffen. Verschiebungen im Seriengeschäft – unter anderem beim A320neo-Antrieb PW1100G-JM – haben dazu geführt, dass der neue Umsatz-Rekordwert auf dem Niveau der ursprünglichen Prognose liegt“, sagte Reiner Winkler, Vorstandsvorsitzender der MTU Aero Engines AG. Die Verschiebungen im Seriengeschäft beziehen sich vor allem auf logistische Verzögerungen seitens des Triebwerksherstellers Pratt & Whitney, wodurch Umsätze von 2015 nach 2016 verschoben werden.

Den größten Umsatzzuwachs verzeichnete MTU im vergangenen Jahr mit einem Plus von 22 Prozent in der zivilen Instandhaltung (1.580,6 Millionen Euro). Beim operativen Ergebnis in diesem Bereich (155,2 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 116,3 Millionen Euro) hat sich laut dem Programmvorstand Michael Schreyögg der Dollarkurs positiv niedergeschlagen. Wichtigster Umsatzträger war nach Unternehmensangaben der A320-Antrieb V2500, gefolgt vom CF6-80 für Mittel- und Langstrecken-Großraumflugzeuge von Airbus und Boeing. Der Umsatz im zivilen Triebwerksgeschäft wuchs um 14 Prozent auf 2.414,0 Millionen Euro (2014: 2.116,8 Millionen Euro). Das IAE V2500 (Airbus A320), das Engine Alliance GP7000 (Airbus A380) sowie das GEnx (Boeing 787 Dreamliner, Boeing 747-8) von GE hatten dabei die größten Umsatzanteile. Im militärischen Triebwerksgeschäft ist der Umsatz von 531,5 Millionen Euro auf 483,1 Millionen Euro zurückgegangen. Hauptumsatzträger war der Eurofighter-Antrieb EJ200.

A320neo-Antrieb wird in München endmontiert

Der Auftragsbestand stieg 2015 um zwölf Prozent auf 12.493,7 Millionen Euro (2014: 11.176,5 Millionen Euro), das entspricht nach Angaben von MTU einer Produktionsreichweite von fast drei Jahren. Die meisten Aufträge entfallen auf das V2500 und auf die Getriebefan-Triebwerke der PW1000G-Familie von Pratt & Whitney, insbesondere das PW1100G-JM für die A320neo, das in München endmontiert wird. Der Serienhochlauf für den Getriebefan wurde im vergangenen Jahr vorbereitet, die Auslieferung der ersten PW1100G-JM ist für das Frühjahr geplant. Ab 2018 will MTU rund 180 dieser Triebwerke für die A320neo-Familie pro Jahr ausgeliefern. Neben der Endmontage ist MTU verantwortlich für die schnelllaufende Niederdruckturbine und die ersten vier Stufen des Hochdruckverdichters, zudem werden Bürstendichtungen und Nickel-Blisks für Bauteile des Hochdruckverdichters gefertigt. Das entspricht einem Programmanteil von 18 Prozent. An den anderen Versionen der Getriebefan-Familie hat MTU einen Programmanteil zwischen 15 und 17 Prozent.

Nicht zuletzt wegen der hohen Nachfrage nach dem Getriebefan geht MTU für das laufende Geschäftsjahr von einer weiterhin positiven Entwicklung aus. „In der Instandhaltung sind wir sowohl als unabhängiger Dienstleister als auch in den MRO-Netzwerken (Maintenance, Repair, Operations; Anm. d. Red.) der OEMs (Original Equipment Manufacturer; Anm. d. Red.) und durch unsere Zusammenarbeit mit Fluggesellschaften bestens positioniert. Das spiegelt sich in unserer Umsatzerwartung für 2016 wider.“ Beim militärischen Triebwerksgeschäft geht MTU von einer stabilen Entwicklung aus. Insgesamt soll der Konzernumsatz 2016 einschließlich der Wechselkurseffekte auf etwa 4,6 bis 4,7 Milliarden Euro steigen. Beim operativen Ergebnis (EBIT bereinigt) wird mit einer stabilen Marge von etwa zehn Prozent gerechnet, der Gewinn nach Steuern soll analog zum operativen Ergebnis wachsen.

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