in Kooperation mit
Huey Helicopters UK

Bell UH-1H als „Warbird“

Briten fliegen in Vietnam-Huey

Die britische Firma Huey Helicopters UK startet in Wesham, Lancashire, mit einem in Europa einmaligen Oldtimer-Hubschrauber aus dem Vietnam-Krieg zu Rundflügen.

Für den 3. August kündigten die Briten einen Tag der offenen Tür in ihrem Hangar in Wesham an, bei dem die Flotte besichtigt werden kann. Sie besteht aus einer Bell UH-1H und einer Hughes OH-6 Cayuse, die bei passendem Wetter gegen 13.30 Uhr im Flug vorgeführt werden sollen. Die britische UH-1H ist ein echter Veteran des Vietnam-Kriegs und wird an dem Tag von damaligen Piloten und Reenactors in zeitgenössischen Kostümen besucht. Die Bell UH-1H wurde in Vietnam in großem Umfang eingesetzt. 4869 US-Hubschrauber wurden im dortigen Konflikt zerstört, davon 2591 im Dienst der US-Heeresflieger.

Huey 509, so die Bordnummer des britischen Oldies, wurde im April 1972 durch die US Armee beschafft und ab Juli 1972 bei der 129th Assault Helicopter Company in Vietnam eingesetzt. Nach 108 Flügen und 559 Flugstunden im Kriegsgebiet wurde sie im Februar 1973 wieder in die USA gebracht, um bis 1996 bei der Army National Guard, dem US Army Troop Support and Aviation Readiness Command und der USARASF zu fliegen. Im Jahr 2000 wurde sie in der Aerospace Maintenance Central facility in Arizona eingelagert und dann restauriert und 2003 nach Großbritannien verkauft, wo sie 2005 eintraf. Heute trägt der Hubschrauber mit der früheren US-Bordnummer 72-21509 die britische Registrierung G-UH1H. Sie ist die einzige Huey in Europa, die einmal über Vietnam im Einsatz stand.

Die von einem Lycoming T53-L-13-Strahltriebwerk angetriebene Huey mit 1400 WPS besitzt einen Zweiblatt-Rotor, dessen Blattspitzen im Flug das charakteristische „Teppichklopfer“-Geräusch verursachen. Die Huey hatte einst vier Mann Besatzung und konnte bis zu zehn Soldaten befördern. Seitlich sind noch zwei 7.62mm-M60D-Maschinengewehre als Attrappen montiert. Der Spitzname Huey geht auf die ursprüngliche militärische Bezeichung HU-1 (Helicopter Utility) zurück, die 1962 in UH-1 geändert wurde. Hueys flogen in großer Zahl, und fliegen auch heute noch, auch in Deutschland. Dornier baute Bell UH-1D für die Heeresflieger, die Luftwaffe und die Marine, wobei letztere schließlich an den Bundesgrenzschutz geliefert wurden.

Rundflüge in der britischen Huey sind für volljährige Fluggäste nach Voranmeldung möglich. Zwischen März und Mitte November finden Rundflüge, Filmeinsätze und Show-Auftritte statt. Die drei- bis vierstündigen Huey-Events kosten, inklusive eines 45-minütigen Mitflugs, 600 britische Pfund pro Person. Bis zu fünf Fluggäste dürfen jeweils an Bord.

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