Luftbrückenpilot Gail Halvorsen stirbt mit 101 Jahren

Erfinder des „Rosinenbombers“ Luftbrückenpilot Gail Halvorsen verstorben

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Der legendäre Luftbrückenpilot Gail Halvorsen ist mit 101 Jahren gestorben. USAF-Pilot Halvorsen wurde weltbekannt, als er aus seinem Skymaster-Cockpit während der Berliner Luftbrücke im Landeanflug Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen für Berliner Kinder abwarf. Der Begriff des "Rosinenbombers" war geboren.

Der pensionierte Oberst Gail "Hal" Halvorsen sei am 16. Februar im Alter von 101 Jahren verstorben, teilte die US Air Force mit. Der aus Salt Lake City stammende Halvorsen wuchs auf Bauernhöfen in Utah und Idaho auf und erwarb im September 1941 eine Privatpilotenlizenz. Als Mitglied der Civil Air Patrol trat er im Juni 1942 in das US Army Air Corps ein und erhielt eine militärische Flugausbildung bei der britischen RAF, deren Schwingen er ebenfalls trug. Danach absolvierte er Transportflüge im Südatlantik. Nach dem Krieg kommandierte ihn das US Militär als Transportpilot zur Berliner Luftbrücke, die vom Juni 1948, und nach dem Ende der Blockade, mit Flügen noch bis zum 30 September 1949 dauerte.

Süßigkeiten am Fallschirm

Halvorsen warf im Landeanflug Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen für wartende Kinder ab. Die Aktion erregte weltweites Aufsehen, wurde in den USA von vielen Freiwilligen unterstützt, und führte schließlich zur Bezeichnung "Rosinenbomber" für die Luftbrückenflugzeuge. Nach der Luftbrücke erhielt Halvorsen ein Stipendium der USAF und studierte Luft- und Raumfahrttechnik. Er befasste sich mit Raketentechnologien, wie der Titan III, und leitete zeitweise die Basis Vandenberg in Kalifornien. 1970 bis 1974 kehrte er als Flughafenkommandant nach Berlin-Tempelhof zurück, wo er einst seine Luftbrückendienste geleistet hatte. Er erhielt zahlreiche Auszeichungen, darunter das Große Bundesverdienstkreuz.

Prägender Charakter

1974 ging er mit 8000 Flugstunden nach 31 Dienstjahren als Oberst in den Ruhestand, nahm aber 1994 an einem nächtlichen Lebensmittelabwurf über Bosnien teil. Später lieferte er auch Versorgungsgüter und Spielzeug in ein Flüchtlingslager im Kosovo. 1998 steuerte er die C-54 "Spirit of Freedom" der Berlin Airlift Historical Foundation über den Atlantik und nahm an 27 Flugveranstaltungen in vier europäischen Staaten teil. Er besuchte auch die ILA. Im Juni 2001 warf Halvorsen zu Weihnachten schließlich Güter über Mikronesien im Pazifik ab. Ein Flugzeug-Frachtladegerät wurde nach ihm "Halvorsen Loader" genannt.

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