In den USA fliegen wieder zwei F-100 Super Sabre: Überschall-Pionier als Warbird

Überschall-Pionier als Warbird
In den USA fliegen wieder zwei F-100 Super Sabre

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.04.2026
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In den USA fliegen wieder zwei F-100 Super Sabre
Foto: Luigino Calliaro

Die beiden Maschinen zeigen den enormen Aufwand, der nötig ist, um ein komplexes, 70 Jahre altes Strahlflugzeug in einem sicheren Flugbetrieb zu halten: mit Spezialwissen, verfügbaren Ersatzteilen, Fachleuten und einer Gemeinschaft, die sich dem Erhalt dieser Cold-War-Jets verschrieben hat.

Die F-100F der Collings Foundation

Einer der beiden fliegenden Super-Sabre-Zweisitzer gehört zur Collings Foundation. Nach einer Phase intensiver Arbeiten und Vorbereitung kehrte die Maschine am Ellington Field in Texas Mitte März 2026 an den Himmel zurück. Die Super Sabre wird in diesem Fall nicht von der Collings Foundation betrieben, sondern vom Vietnam War Flight Museum.

Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs ist bei einem Muster wie der F-100F keineswegs Routine. Die Super Sabre stammt aus einer Epoche, in der Wartung und Betrieb auf militärische Infrastruktur ausgelegt waren. Heute bedeutet das: Jede Inspektion, jede Freigabe, jeder Testlauf erfordert Erfahrung, Geduld und die Fähigkeit, Lösungen zu finden, da keine normale Lieferkette mehr verfügbar ist. Absolut nicht außer Acht zu lassen sind die unfassbar hohen Kosten, die mit dem Betrieb eines solchen Jets einhergehen.

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Eine neue Heimat für die N2011V

Auch die zweite flugfähige F-100F in den USA hat jüngst ein neues Kapitel aufgeschlagen. In der Warbird-Szene wird ein solcher Schritt gern als "Weitergabe des Staffelstabs" beschrieben. Nach fast dreißig Jahren endet Dean Cutshalls Obhut über die seltene North American Aviation F-100F Super Sabre, N2011V. Wegen der zunehmenden Schwierigkeiten, eine Versicherung für den weiteren Flugbetrieb abzuschließen sowie seines fortgeschrittenen Alters (und dem der wichtigsten Wartungsmitarbeiter) kam Cutshall zu dem Schluss, dass es an der Zeit war, die Verantwortung für den Fighter aus der Zeit des Kalten Krieges an einen neuen Eigentümer zu übertragen.

Die North American F-100 Super Sabre mit der USAF-Seriennummer 56-3948 wurde vom Geschäftsmann und Warbird-Piloten Jordan Brown und seiner Frau Nicole Brown erworben. Das Flugzeug wird von Vintage Wings Aircraft LLC betrieben und am Terre Haute Regional Airport (Hulman Field) stationiert sein. Laut dem neuen Eigentümerteam geht die Mission für das Flugzeug weit über den einfachen Transport nach Terre Haute zur statischen Ausstellung hinaus. Das Ziel ist es, die Super Sabre flugfähig zu halten, um die Generation der Piloten zu ehren, die während des Vietnamkriegs gedient hat, und eine neue Generation durch den aktiven Betrieb zu begeistern. Es ist geplant, dass die F-100 zusammen mit weiteren Jets in Oshkosh zu sehen sein wird.

via Collings Foundation

Betrieb eines Century-Jets

Die F-100 ist nicht irgendein Warbird – sie ist ein Kampjet aus der Anfangszeit des Überschallflugs. Das bringt Besonderheiten mit sich, die den heutigen Betrieb extrem herausfordernd machen: Struktur, Hydraulik, Avionik und Triebwerksperipherie erfordern eine Wartungstiefe, die bei Kolbenmotor-Warbirds in dieser Form oft nicht nötig ist.

Viele Komponenten sind nicht mehr verfügbar; Instandsetzung bedeutet häufig Aufarbeitung, Nachfertigung oder das Nutzen von Beständen – stets innerhalb der geltenden Vorgaben. Ein historischer Überschalljet stellt zudem hohe Anforderungen an Piloten, Bodencrew und Verfahren – von der Checklisten-Disziplin bis zur sorgfältigen Flugplanung.

Dass weltweit nur noch zwei F-100F flugfähig sind und beide in den USA betrieben werden, macht jedes Roll-out, jeden Testflug und jede Vorführung zu einem Ereignis. Diese Flugzeuge sind keine "Showpieces", sondern fliegende Zeitzeugen.