"Aufnahmen vom Abschuss und den Trümmern des Flugzeugs 'Bayraktar Akıncı' der saudischen Streitkräfte, das während feindlicher Aktionen im Luftraum der Provinz Al-Jawf abgeschossen wurde", heißt es in der Veröffentlichung der Huthi. Laut der Rebellengruppe stammt das Video vom 26. Juli.
Im Video sieht man ein Fluggerät zu Boden trudeln. Dem brennenden Wrack nähert sich anschließend eine Gruppe bewaffneter Männer. Am Vortag hatte die Gruppe Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien angekündigt.
Wie genau die Akıncı abgeschossen worden sein soll, gab die Gruppe nicht bekannt. Unabhängig bestätigen lässt sich der Abschuss derzeit nicht. Saudi-Arabien hat den Verlust der Drohne nicht bestätigt.
Es wäre nicht der erste Abschuss der über 12 Meter langen Akıncı. Im April 2025 wurde eine der Drohnen von einem algerischen Luftverteidigungssystem getroffen.
Einer von 16 ausländischen Kunden
Saudi-Arabien nutzt die Drohne vom türkischen Hersteller Baykar schon seit längerer Zeit. Als erster Golfstaat kaufte das Land im Juli 2023 die Akıncı. Das Abkommen umfasste Pläne für Technologietransfer und Zusammenarbeit bei der lokalen Produktion.
Branchenschätzungen beziffern den Gesamtwert des Abkommens auf rund 3 Milliarden US-Dollar. Offiziell wurde kein Kaufpreis veröffentlicht. Sowohl bei der Luftwaffe als auch bei den Seestreitkräften ist die Drohne seitdem im Einsatz.
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne erkennt man an ihrem Knickflügel und den Turboprop-Motoren. Bei den türkischen Streitkräften fliegt die Akıncı seit 2021, zudem hat Baykar Exportverträge mit 16 Kunden unterzeichnet.
Im Februar testete Baykar erfolgreich eine neue Bewaffnung für die Akıncı. Erstmals feuerte ein Prototyp im Flug die vom türkischen Lenkwaffenhersteller Roketsan entwickelte Loitering Munition "Eren" ab und zerstörte damit eine zuvor gestartete Zieldrohne.

Auf einem der veröffentlichten Bilder ist deutlich das brennende Wrack eines UAV zu erkennen.
Damit erweitert die Akıncı laut Baykar ihr Arsenal, das bereits eine große Zahl unterschiedlicher einheimischer Munitionstypen gegen Boden- und Luftziele umfasst – darunter auch der zuvor bereits getestete Marschflugkörper Kemankeş-1.
Angriffe weiten sich aus
Am Freitag führte die von Saudi-Arabien angeführte Koalition Luftangriffe auf militärische Ziele der Huthi in der jemenitischen Provinz Hodeidah am Roten Meer durch und erklärte, die Standorte würden dazu genutzt, die Handelsschifffahrt zu bedrohen.
Von den Huthi kontrollierte Medien berichteten von Angriffen auf Telekommunikationseinrichtungen in Hodeidah und auf der Insel Kamaran, während die Koalition erklärte, die Handelshäfen blieben geöffnet, und bestritt, die Hafeninfrastruktur ins Visier genommen zu haben.
Einige Stunden später kündigten die Huthi Raketen- und Drohnenangriffe auf Anlagen von Saudi Aramco in den am Roten Meer gelegenen Städten Yanbu und Jizan an und bezeichneten diese als Vergeltung für die saudischen Angriffe. Die saudischen Behörden bestätigten Luftangriffswarnungen in beiden Städten.





