Mehr US-Triebwerke für türkischen Kaan-Kampfjet: Exporte von Trump genehmigt

Trump-Regierung gibt Exporte frei
Mehr US-Triebwerke für türkischen Kaan-Kampfjet

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.06.2026
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Die Türkei wird, wie geplant, ihre ersten Kaan-Kampfjets aus der Serienfertigung wohl mit F110-GE-129-Motoren ausstatten können. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump informierte den Kongress in Washington D.C. laut einer Mitteilung der Nachrichtenagentur Reuters am 24. Juni über ihre Absicht, die von GE Aerospace stammenden Triebwerke an die Türkei freizugeben. Eine genaue Stückzahl ist bis dato nicht bekannt. Dem Vernehmen nach geht es um "Dutzende" Exemplare im Gesamtwert von 705 Millionen US-Dollar. Analysten gehen von etwa 80 GE-Triebwerken für die erste Kaan-Generation aus.

Der von der Türkei in Eigenregie entwickelte Kaan soll perspektivisch einheimische Triebwerke des Typs TF35000 erhalten – hergestellt von TUSAS Engine Industries (TEI). Das ambitionierte Projekt steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, weshalb der für den Kaan verantwortliche Flugzeugbauer Turkish Aerospace Industries (TAI) für die Prototypen und die frühen Serienmaschinen zunächst mit F110-Motoren plant.

Mit dem F110-GE-129 haben die Türken bereits umfassend Erfahrung, baute TEI doch für die einheimische F-16-Flotte eine stattliche Stückzahl in Lizenz zusammen.

Ausweg aus der "Sackgasse"?

Das Triebwerk unterliegt jedoch weiterhin den US-Exportbestimmungen. Diese wiederum erwiesen sich in der Vergangenheit als Nadelöhr für das größte und wichtigste Flugzeugprogramm inder Geschichte der Türkei. "Die Triebwerke von Kaan warten im US-Kongress, ihre Lizenz wurde ausgesetzt", bemängelte etwa der türkische Außenminister Hakan Fidan im Herbst des vergangenen Jahres.

Fidan sagte damals weiter, der Exportprozess befinde sich in einer "Sackgasse". Die US-Blockadehaltung erschwere die Bemühungen, das ehrgeizige Kampfflugzeugprogramm ohne Verzug voranzutreiben und entspreche "nicht dem Geist der Allianz und der strategischen Partnerschaft" zwischen den USA und der Türkei.

Zweiter Prototyp des türkischen Stealth-Kampfjets Kaan vor dem Hangar.
TAI (TUSAS)

F110 für erste Serienflugzeuge

2025 war aus der Türkei aber ebenfalls zu hören, dass zumindest die Triebwerke für die geplanten sechs Kaan-Prototypen bereits geliefert seien. Theoretisch ging es also "nur" um die Block 10-Vorserienjets für die türkische Luftwaffe, deren Auslieferung 2028 starten soll. Allerdings muss TAI dafür endlich zeitnah weitere Kaan-Testmaschinen in die Luft bekommen, denn der Erstling P0 war seit seinem Jungfernflug im Februar 2024 nur sehr sporadisch in der Luft.

Ganz in trockenen Tüchern ist die vom Trump-Kabinett genehmigte Lieferung der Motoren an die Türkei überdies noch nicht. Reuters schreibt, der Kongress habe nach der nun erfolgten formellen Benachrichtigung 15 Tage Zeit, sich dem Verkauf zu widersetzen. Einzelne Abgeordnete, vor allem aus dem Lager der Demokraten, signalisierten bereits ihren Widerstand. Eine entsprechende Resolution müsste allerdings mit Zweidrittelmehrheit zustandekommen – und könnte laut Reuters obendrein von Präsident Trump per Veto blockiert werden.