Die neun roten BAE Systems Hawk der Red Arrows und ihre Vorführungen sind auf der ganzen Welt bekannt. Das offizielle Kunstflugteam der Royal Air Force dient als internationaler Botschafter und wichtiger Faktor für die Nachwuchswerbung. Aber nun muss sich die Staffel von der traditionellen Neuner-Formation verabschieden. Ab dieser Saison fliegen nur noch sieben Jets die Displays. Ausnahme sind lediglich Vorbeiflüge zu besonderen Anlässen wie der Geburtstag des Königs am 13. Juni. Hier soll es weiterhin die berühmte "Diamond Nine" geben.
Der Grund für die Reduzierung liegt nicht in finanziellen Engpässen, sondern ist primär technischer Natur. Die Red Arrows betreiben noch die frühe Hawk-Version T1, die ansonsten bei der RAF seit 2022 ausgemustert ist. Das Muster ging als Nachfolger der Folland Gnat im Jahr 1980 beim Team in Dienst. Die betagten Maschinen müssen laut RAF noch bis zum Ende der Saison 2029 durchhalten. Die Suche nach einem Nachfolger der für die Pilotenausbildung in RAF Valley genutzten Hawk T2 läuft bereits. Der neue Typ wird dann auch bei den Red Arrows zum Einsatz kommen.
Triebwerke machen Probleme
Vor allem die verbleibende Lebensdauer der Adour-Triebwerke scheint den Planern Kopfzerbrechen zu bereiten. Die reduzierten Displays sollen Betriebszeit sparen und das Durchtauschen von Antrieben beziehungsweise Flugzeugen ermöglichen. Das Team übte die neuen Formationen während der Vorbereitung in Griechenland.
Noch kein Nachfolger
Obwohl der Zeitrahmen bis zur geplanten Einführung des Hawk-Nachfolgers eng begrenzt ist, gibt es noch keine Entscheidung. Zu den möglichen Kandidaten zählen die Boeing T-7A Red Hawk (in Zusammenarbeit mit BAE Systems), die Leonardo M-346 und die KAI T-50. Die britische Eigenentwicklung von Aeralis ist nicht mehr im Rennen, da das Unternehmen Konkurs anmelden musste.
Neues Programm 2026
Laut Team-Leader Wing Commander Jon Bond (Red 1) gibt es einige Änderungen: "Das Programm für 2026 umfasst Manöver, die seit 30 Jahren nicht mehr geflogen wurden, ergänzt durch dynamische Elemente und äußerst komplexe Flugfiguren für die Piloten." Der Höhepunkt ist die "Cascade" in der Vollversion des Programms. "Dieses Manöver wurde zuletzt 1997 geflogen und beinhaltet einen Looping auf etwa 6.500 Fuß Höhe direkt vor den Augen des Publikums."
Die 62. Display-Saison beginnt an diesem Wochenende auf der English Riviera Airshow in Torbay. Zur 250-Jahr-Feier machen die Reds auch einen Abstecher in die USA mit Auftritten in Baltimore, Jones Beach, Brunswick und Ypsilanti. Auch an der internationalen Luftparade in New York City am 4. Juli und am EAA AirVenture in Oshkosh nehmen sie teil.





