Eine Suchoi Su-30 der indonesischen Luftwaffe ist am Morgen des 24. August am Flughafen Sultan Hasanuddin in Maros von der befestigten Landebahn abgekommen und auf einer angrenzenden Grasfläche zum Stehen gekommen.
Ein Sprecher des Flughafens bestätigte den Vorfall gegenüber der Nachrichtenagentur Antara und teilte mit, dass die Bergungsarbeiten bereits liefen.
Der zivile Luftverkehr wurde über die zweite, 3.100 Meter lange Nord-Süd-Bahn abgewickelt. Meldungen über Ausfälle oder Verspätungen im kommerziellen Flugverkehr liegen nicht vor.
Video von Passanten kursierte vor offizieller Bestätigung
Die indonesische Luftwaffe selbst hat sich bislang weder zur Ursache noch zum genauen Ablauf des Vorfalls oder zum Zustand der Besatzung geäußert.
Die Maschine mit der Kennung TS-3011 blieb in Sichtweite der Straße zwischen Makassar und Maros liegen. Vorbeifahrende Autofahrer filmten die Szene. Entsprechende Aufnahmen verbreiteten sich in sozialen Netzwerken, bevor das Militär über den Vorfall informierte.
Der Sprecher der Luftwaffe, Marschall I Nyoman Suadnyana, erklärte inzwischen, dass sich der Vorfall im Rahmen eines Testflugs ereignete. Beim Bremsvorgang sei ein technischer Defekt am Bremssystem aufgetreten, das daraufhin nicht mehr voll funktionsfähig gewesen sei. Der Jet soll nun überprüft und für weitere Testflüge vorbereitet werden.
Ein von dem Portal Liputan6 zitierter Augenzeuge berichtete, hinter dem Flugzeug Rauch gesehen zu haben; dem Bericht zufolge geriet trockenes Gras in der Nähe in Brand.
Flughafen ist Heimatbasis der gesamten Flanker-Flotte
Sultan Hasanuddin wird sowohl zivil als auch militärisch genutzt. Am Standort ist das Air Squadron 11 stationiert, das die komplette Flanker-Flotte der indonesischen Luftwaffe betreibt. Insgesamt sind es 16 Maschinen der Typen Su-27 und Su-30, die zwischen 2003 und 2013 ausgeliefert wurden.
Der Flugzeugtyp bildet weiterhin das Rückgrat der indonesischen Luftverteidigung, bis die bestellten Rafale-Kampfjets aus Frankreich eintreffen.
Indonesiens ungewöhnlich breiter Kampfjet-Mix
Indonesien hat in den vergangenen Jahren mit praktisch allen großen Kampfjet-Herstellern der Welt verhandelt – von gebrauchten Eurofightern aus Österreich über Mirage-2000-Maschinen aus Katar bis hin zu chinesischen J-10C. Umgesetzt wurden am Ende mehrere Beschaffungslinien gleichzeitig.
Neben den bereits im Dienst stehenden russischen Su-27/Su-30, zu denen auch die in Maros stationierte Maschine gehört, hat Jakarta 42 Rafale bei Dassault bestellt.
Im Sommer kam mit der türkischen Kaan ein weiteres Muster hinzu. Präsident Prabowo Subianto und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdoğan vereinbarten die Lieferung von 48 Maschinen bis 2034. Ein entsprechender Umsetzungsvertrag wurde Ende Juli in Istanbul unterzeichnet.
Parallel dazu wurde im Juni auch die zuvor ins Stocken geratene Beteiligung an der südkoreanischen KF-21 Boramae neu geregelt.





