MS-21 hebt als erstes Flugzeug von neuer Startbahn in Grosny ab

Umstrittener Republikchef bei Eröffnungszeremonie
MS-21 hebt als erstes Flugzeug von neuer Startbahn in Grosny ab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.08.2026
Als Favorit speichern
OAK, MS-21, Russland, Zivilflugzeugbau, Grosny
Foto: OAK

Der russische Mittelstreckenjet MS-21 ist als erstes Flugzeug von der neu gebauten Start- und Landebahn des Internationalen Flughafens Grosny abgehoben. Tschetschenien ist damit die erste Region im Nordkaukasus, die von der MS-21 angeflogen wurde.

Benannt ist die neue Bahn nach dem ersten Präsidenten der Republik Tschetschenien, Achmat-Hadschi Kadyrow.

Vor dem Start besichtigten der Republikchef Ramsan Kadyrow, und der Ministerpräsident der Republik, Magomed Daudow, gemeinsam mit dem Leiter der russischen Luftfahrtbehörde Rosaviatsija, Dmitri Jadrow, die Maschine.

An Bord informierten die Testpiloten des Flugzeugherstellers Jakowlew, Oleg Mutowin und Andrei Woropajew, über technische Eigenschaften des Flugzeugtyps.

Bei der Eröffnungszeremonie zeigte sich Kadyrow zufrieden darüber, dass die Bauarbeiten termingerecht abgeschlossen worden seien, und kündigte weitere Ausbauschritte an. Die umfassende Modernisierung des Flughafens solle die Anbindung der Republik verbessern und neue Möglichkeiten für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region schaffen.

OAK, MS-21, Russland, Zivilflugzeugbau, Grosny
OAK

Der Flughafen wurde in den 90er Jahren während des Ersten und Zweiten Tschechenienkriegs fast vollständig zerstört und nahm erst 2007 den zivilen Flugverkehr wieder auf. Ab 2027 soll der Flughafen rund 2,5 Millionen Passagiere im Jahr fassen können und damit der größte Flughafen des Nordkaukasus werden.

MS-21 mit langer Verspätung

Ursprünglich bestand der Mittelstreckenjet zu mehr als zwei Dritteln aus westlichen Bauteilen. Nach der russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022 und den darauffolgenden Sanktionen musste der Hersteller Jakowlew das Flugzeug in kurzer Zeit weitgehend neu konzipieren.

OAK, MS-21, Russland, Zivilflugzeugbau, Grosny
OAK

Ende Oktober 2025 absolvierte die erste vollständig "russifizierte" MS-21-310 ihren Erstflug. Dabei handelte es sich jedoch noch um einen umgerüsteten Prototyp. Erst am 3. August hob im sibirischen Irkutsk mit der Werksnummer MS.0014 erstmals ein Exemplar ab, das von Grund auf ohne westliche Bauteile gefertigt wurde.

Die Musterzulassung durch die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija steht weiterhin aus. UAC rechnet nach eigenen Angaben erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 damit.

Bereits jetzt wird in Irkutsk jedoch eine erste Serie von 18 Maschinen gefertigt. Eine weitere soll noch vor Ende des Sommers 2026 zum Erstflug starten. Die nun in Grosny gelandete Maschine gehört nicht zu dieser Serienproduktion.