In der russischen Region Irkutsk ist am Montag eine Tupolew Tu-22M3 während eines Trainingsflugs abgestürzt. Die Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium über den Vorfall.
Ein Video, das von Kanälen mit Verbindungen zum russischen Militär verbreitet wurde, zeigt die Maschine im Sturzflug auf den Boden zurasen. Kurz darauf steigt eine dichte Rauchsäule von der Einschlagstelle auf.
Laut dem russischen Verteidigungsministerium befand sich der Bomber im Landeanflug und führte keine Gefechtsköpfe mit sich, als sich der Absturz ereignete. Die Besatzung habe sich rechtzeitig mit dem Schleudersitz retten können. Schäden an Infrastruktur am Boden habe es nicht gegeben.
Unbestätigten Berichten zufolge soll sich der Absturz in der Nähe der Stadt Swirsk zugetragen haben, etwa 50 Kilometer nordwestlich des Luftwaffenstützpunkts Belaja. Auf der Basis ist das 220. Schwere Bomberfliegerregiment stationiert, das mit Maschinen des Typs Tu-22M3 sowie Tu-95 ausgerüstet ist.
Bomber-Absturz vor zwei Jahren
Es ist nicht der erste Verlust dieses Typs in den vergangenen Jahren. Bereits im April 2024 war eine Tu-22M3 in der südrussischen Region Stawropol abgestürzt, nachdem sie offenbar von einem Angriff mit Ch-22-Flugkörpern auf die ukrainische Stadt Dnipro zurückkehrte.
Das russische Verteidigungsministerium machte damals technische Probleme verantwortlich, während die ukrainische Luftabwehr den Abschuss für sich reklamierte.
Tu-22M3M-Modernisierung
Der Bestand einsatzfähiger Maschinen ist inzwischen stark begrenzt. Bereits 2014 hatte Russland deshalb ein Modernisierungsprogramm für die "Backfire" beschlossen.
Im Rahmen der Tu-22M3M-Umrüstung wird rund 80 Prozent der Avionik durch neue, im Inland gefertigte Komponenten ersetzt. Ziel ist es, den seit den 1970er-Jahren genutzten Bombertyp, von dem noch etwa 60 Maschinen im aktiven Dienst stehen, der Luftwaffe noch über viele weitere Jahre zu erhalten.
Mit ihren Schwenkflügeln ist sie darauf ausgelegt, sowohl hohe Überschallgeschwindigkeit als auch Tiefflug knapp unter Mach 1 zu ermöglichen. Während des Kalten Krieges sollten im Falle eines Konfliktes in Europa die Bomber vor allem NATO-Flugplätze und Häfen zerstören, um den Nachschub aus den USA zu unterbinden. Dazu kamen Kommandozentralen, Eisenbahnknotenpunkte und Truppenkonzentrationen als mögliche Ziele.
Die Bomber sind mit der Lenkwaffe Ch-22 ausgestattet, die ausschließlich von der Tu-22M eingesetzt wird. Die sechs Tonnen schwere Waffe kann bei Überschallgeschwindigkeit gestartet werden, und erreicht Mach 3 bei einer Reichweite von bis zu 510 Kilometern.
Je nach Ausführung kann sie mit Atomsprengkopf oder konventionellem Sprengkopf bestückt werden. Die Nachfolger Ch-32 sowie die weiterentwickelte Ch-32M mit GPS-Navigation erweitern inzwischen das Einsatzspektrum des Bombers.





