Kuba hat nach Informationen von Axios mehr als 300 Militärdrohnen beschafft und soll intern Pläne diskutiert haben, diese gegen den US-Stützpunkt in Guantánamo Bay, US-Marineschiffe sowie möglicherweise gegen Key West in Florida einzusetzen. Das berichtet Axios unter Berufung auf geheimdienstliche Informationen, die dem Nachrichtenmagazin vorlagen.
Drohnen aus Russland und Iran seit 2023
Axios berichtet weiter, Kuba beschaffe seit 2023 Angriffsdrohnen "unterschiedlicher Fähigkeiten" aus Russland und dem Iran und habe diese an strategischen Standorten auf der Insel gelagert.
Innerhalb des vergangenen Monats sollen kubanische Stellen weitere Drohnen und militärische Ausrüstung aus Russland angefordert haben. Abgehörte Geheimdienstkommunikation deute zudem darauf hin, dass kubanische Geheimdienstler versuchten zu verstehen, wie der Iran US-amerikanischem Druck widerstehe.
Die iranische Shahed-136 kostet rund 30.000 US-Dollar und würde sich daher für Kuba anbieten. Durch jahrzehntelange US-Sanktionen ist das Land wirtschaftlich zu schwach, um große Militärinvestitionen zu tätigen.
Russland stellt eine Reihe von verschiedenen Drohnentypen her: Aufklärungs-, Loitering-Munition- und Langstrecken-Angriffsdrohnen. Unter anderem die Geran-2, die auf der iranischen Shahed 136 basiert. In derselben Serie produziert Russland auch die verbesserten Geran-3 und Geran-5.
Recht auf Selbstverteidigung
Laut Axios reiste CIA-Direktor John Ratcliffe persönlich nach Kuba und warnte die dortigen Behörden unmissverständlich vor feindseligen Handlungen. Ein CIA-Vertreter sagte gegenüber Axios: "Direktor Ratcliffe machte deutlich, dass Kuba nicht länger als Plattform für Gegner dienen kann, die feindliche Agenden in unserer Hemisphäre verfolgen."
Die kubanische Botschaft wies die Vorwürfe nicht direkt zurück, betonte aber in einer schriftlichen Stellungnahme auf X, Kuba habe, wie jedes andere Land, das Recht auf Selbstverteidigung, das durch das Völkerrecht und die UN-Charta geschützt sei.
Kuba mit wenig Angriffsfähigkeiten
Anders als die potentiellen Drohnenlieferungen ist Kubas Luftwaffe für die USA allerdings kaum eine echte Bedrohung. In den 1980er-Jahren hatte sie rund 250 Kampfflugzeuge im Inventar. Hauptsächlich waren das sowjetische MiG-21, -23 und -27.
Mit der Auflösung der Sowjetunion brach für Kuba aber auch die Möglichkeit zur militärischen Modernisierung weg. Heute sind von der Flotte nur noch Bruchteile übrig. Weniger als 20 Flugzeuge hat Kuba noch, wie viele davon einsatzfähig sind, ist unklar.





