Das saudische Verteidigungsministerium gab am Samstag bekannt, dass eine Staffel pakistanischer Kampfjets und weitere Transportflugzeuge auf der Basis König Abdulaziz gelandet sind. Es ist das erste Mal, dass Pakistan dort Kampfflugzeuge stationiert.
Die Entsendung erfolgt unter dem gegenseitigen Verteidigungspakt, den Pakistan und Saudi-Arabien im September vergangenen Jahres offiziell unterzeichneten. Das Abkommen verpflichtet die Länder zu gegenseitigem militärischem Beistand im Falle eines Angriffs.
Eine Handvoll Kampfjets
Einen vorläufigen Pakt gab es bereits zwischen der pakistanischen Übergangsregierung (2023 bis 2024) und Saudi-Arabien. Mit dem Abkommen im September 2025 ist die Verteidigungsverpflichtung nun auch langfristig institutionalisiert.
Zwischen zehn und 18 Kampfflugzeuge hat die Regierung Pakistans nach Saudi-Arabien geschickt. Hinzu kommen etwa 13.000 Soldaten. Um welche Flugzeugmuster es sich handelt, ist nicht öffentlich. Wahrscheinlich sind es JF-17 Thunder. Die heimisch produzierten Jets machen den größten Teil der Luftflotte aus. Insgesamt betreibt Pakistan etwa 150 JF-17 in verschiedenen Varianten.
Pakistan als Vermittler
In den vergangenen Wochen hatte der Iran mehrere Vergeltungsschläge auf saudisches Territorium verübt. Weitere Angriffe würden nun zwangläufig auch die pakistanischen Kampfflugzeuge einbeziehen. Der Iran müsste die Angriffe nun besser abwägen, um keinen Eingriff Pakistans in den Krieg zu provozieren.
Pakistan führt derzeit Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, um den wochenlangen Krieg vorerst zu beenden. Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar gab zu, dass er die iranische Führung im März habe warnen müssen, dass Pakistan durch seine Verpflichtungen gegenüber Riad zum Eingreifen gezwungen sei. Drohnenangriffe des Iran auf saudischem Territorium fanden allerdings weiterhin statt. Pakistan griff nicht ein.
Komplexe diplomatische Lage
Der Iran unterhält bereits seit der Unabhängigkeit Pakistans politische Beziehungen mit dem Land. Außerdem sind die Länder kulturell verbunden. Konflikte in der Grenzregion und die Beziehung Pakistans zu anderen Ländern in der Region machen allerdings auch das Verhältnis der Nachbarländer spannungsvoller.
Etwa 2,5 Millionen Pakistanis arbeiten in Saudi-Arabien. Ausländische Arbeitskräfte werden in Saudi-Arabien systematisch ausgebeutet und misshandelt, wie mehrere internationale Menschenrechtsorganisationen seit Jahren berichten. Trotzdem ist das Geld, das durch die Arbeiter wieder nach Pakistan fließt, essentiell für die fragile pakistanische Wirtschaft.
Pakistanische Vertreter reisten am Mittwoch nach Teheran, um eine zweite Verhandlungsrunde auszuhandeln. Pakistan hat als einzige Nuklearmacht der Region politisch großen Einfluss.
Gleichzeitig reist der Premierminister Shehbaz Sharif nach Saudi-Arabien, Katar und in die Türkei, um die Friedensbemühungen mit anderen regionalen Mächten zu unterstützen. Das Weiße Haus signalisierte gute Aussichten auf ein Abkommen, auch wenn die erste Verhandlungsrunde vor wenigen Tagen fehlschlug. Eine zweite Verhandlungsrunde wird voraussichtlich in Islamabad stattfinden.
Jedoch deuten Berichte aus Teheran darauf hin, dass der Iran das Ende israelischer Angriffe auf den Libanon als Vorbedingung für eine zweite Verhandlungsrunde fordert. Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hingegen erklärte, die israelische Armee würde sich nicht aus dem Libanon zurückziehen und auch die Angriffe fortsetzen.
Militärische Unterstützung in Aussicht?
Einen militärischen Unterschied werden die pakistanischen Flugzeuge allerdings nicht machen. Die Saudis betreiben selbst zwischen 200 und 280 Jets. US-Präsident Trump hatte immer wieder angekündigt, sogar F-35 an den Goldstaat zu liefern.
Die Wirkung ist eher symbolischer Natur. Es ist eine Botschaft an den Iran, in diesen Verhandlungen flexibel zu sein, und gleichzeitig wird unterstrichen, dass Pakistan Verpflichtungen unter dem gegenseitigen strategischen Abkommen mit Riad hat.
Pakistans Doppelrolle als Vermittler und als Verbündeter Saudi-Arabiens gleicht einem Balanceakt, der nur funktionieren kann, wenn der Frieden tatsächlich zustande kommt. Scheitern die Verhandlungen, wird Pakistan gezwungen sein, sich klarer zu positionieren. Vor allem, wenn weitere Angriffe auf saudisches Territorium erfolgen.












