Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat am 26. Mai mehrere Aufträge für unbemannte Frachtmissionen sowie Mondrover angekündigt.
Die ersten drei unbemannten "Moon Base"-Missionen zur Vorbereitung einer Basis auf der Mondoberfläche sind für dieses Jahr geplant. "Moon Base I" soll frühestens im Herbst starten und wird die Mondlandefähre Blue Moon Mark 1 Endurance von Blue Origin nutzen, um NASA-Nutzlasten zum Erdtrabanten zu befördern. Dazu gehören das Instrument "Stereo Cameras for Lunar Plume-Surface Studies", mit dem untersucht werden soll, wie Triebwerke mit der Mondoberfläche interagieren, sowie das "Laser Retroreflective Array", das Raumfahrzeugen im Mondorbit hilft, mithilfe von reflektiertem Laserlicht ihren Standort genauer zu bestimmen. Die Mission wird auf dem Shackleton Connecting Ridge in der Nähe des Mondsüdpols landen. Die Erkenntnisse sollen das Risiko künftiger bemannter Artemis-Missionen im Jahr 2028 verringern, so die NASA.
"Moon Base II" soll ein Griffin-Mondlander von Astrobotic rund 500 Kilogramm Fracht zu Mond bringen, darunter der FLIP-Rover von Astrolab. Ziel ist es, Rovertechnologien für künftige bemannte Missionen auszureifen.
"Moon Base III" nutzt den Nova-C-Trinity-Lander von Intuitive Machines. Er soll die erste Nutzlast zum Mond bringen, die im Rahmen der NASA-Initiative "Payloads and Research Investigations on the Surface of the Moon" ausgewählt wurde. Es handelt sich dabei um das Forschungsprojekt "Lunar Vertex", das sogenannte Mondwirbel – helle Flecken auf der Mondoberfläche – untersuchen soll, um das Verständnis der Oberflächenentwicklung und des Materialverhaltens unter extremen Bedingungen zu verbessern. Die Mission wird auch Nutzlasten der Europäische Weltraumorganisation ESA und des Korea Astronomy and Space Science Institute umfassen.
Mobilität auf dem Mond
Zudem haben die Unternehmen Astrolab und Lunar Outpost Aufträge der NASA im Wert von 219 bzw. 220 Mio. US-Dollar zur Entwicklung von bemannten und unbemannten Mondrovern erhalten. Die NASA will die Rover 2028 unter der CLPS-Initiative (Commercial Lunar Payload Service) von Blue Origin zum Mondsüdpol bringen lassen.
Der bemannte Mondrover von Astrolab, CLV 1, basiert auf der FLEX-Architektur des Unternehmens ist für den Transport von Astronauten, Versorgungsgütern und die Unterstützung des Betriebs in entlegenen Gebieten konzipiert. Er kann kompakt verstaut werden, wiegt rund 900 Kilogramm und erreicht auf ebenem Gelände eine Geschwindigkeit von mehr als neun Kilometern pro Stunde.
Pegasus von Lunar Outpost ist eine leichtere Weiterentwicklung des Eagle-Rovers. Er ist bis zu einem Jahr lang einsatzfähig und kann manuell, autonom oder ferngesteuert mit Geschwindigkeiten von mehr als 14 km/h fahren. Er nutzt nach Angaben der NASA Technologien aus dem Apollo-Programm und baut auf Prototypen- und Flugerfahrungen auf.
Mit dem frühzeitigen Einsatz mehrerer Rover will die NASA die Standortplanung für die künftige Mondbasis unterstützen. So könnten Geländegefahren erfasst, Material transportiert und Systeme optimiert werden, die für die langfristige Erforschung des Mondes erforderlich seien.
Drohnen zur Monderkundung
Die NASA gab zudem neue Informationen zur Mission "MoonFall" bekannt. Dabei sollen vier Drohnen kurze Flüge über die Mondoberfläche unternehmen, um potenzielle Landeplätze für die Artemis-Astronauten zu erkunden. Das Jet Propulsion Laboratory der NASA in Südkalifornien hat das Design entwickelt und Prototypen getestet. Den Auftrag für den Bau des Raumfahrzeugs, das die Drohnen zur Mondoberfläche bringen soll, erhielt Firefly Aerospace. Der Start ist für 2028 geplant.
Die NASA will nach eigenen Angaben dieses Jahr weitere Missionen ankündigen, die der Vorbereitung bemannter Mondlandungen im Artemis-Programm dienen. "Jede Mission, ob bemannt oder unbemannt, wird eine Gelegenheit zum Lernen sein, während wir zur Mondoberfläche zurückkehren, die Infrastruktur für einen dauerhaften Aufenthalt aufbauen und die Fähigkeiten erlernen, die erforderlich sind, um in einer der anspruchsvollsten und gefährlichsten Umgebungen zu leben und zu arbeiten, die man sich vorstellen kann", sagte der NASA-Administrator Jared Isaacman.





