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ESA-Sonde

Asteroid Impact Mission: ESA-Test für Asteroidenabwehr

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Wie reagiert die Menschheit, wenn ein Asteroid mit Kurs Erde entdeckt wird? Die ESA-Sonde „Asteroid Impact Mission“ soll diese Frage beantworten.

Die Entwurfsarbeiten für AIM begannen im April 2015. Das Projekt soll zur Entwicklung von Technologien künftiger Raumflugmissionen beitragen; zugleich ist es die erste Untersuchung über mögliche planetare Verteidigungstechniken seitens der ESA.

Zunächst wird ab Oktober 2020 die Sonde zu den Didymos-Zwillings-Asteroiden fliegen, die 2022 bis auf elf Millionen Kilometer und damit vergleichsweise nahe an die Erde herankommen werden. Der Hauptkörper hat einen Durchmesser von 800 Metern und wird von einem 170 Meter durchmessenden Mond umkreist, der den inoffiziellen Namen „Didymoon“ trägt. Dieser kleine Mond ist das eigentliche Ziel von AIM.

Die Sonde soll den Gesteinsbrocken mit optischen Instrumenten, Radar und Laser scannen, um detaillierte Aufzeichnungen seiner Oberfläche und des inneren Aufbaus zu erhalten. Außerdem wird AIM ein Landemodul absetzen. Überdies werden mehrere Minisatelliten ausgesetzt, um weitere wissenschaftliche Daten aus der nächsten Umgebung des Mondes zu sammeln. Die Ergebnisse werden dann mittels einer leistungsfähigen Laser-Datenverbindung an die Bodenstation der ESA auf der Kanareninsel Teneriffa übermittelt.

AIM stellt zudem den ESA-Beitrag zur umfassenden AIDA-Mission (Asteroid Impact & Deflection Assessment) dar. Ende 2022 soll die von der NASA gesteuerte DART-Sonde (Double Asteroid Redirection Test) bei Didymos ankommen und direkt mit einer Geschwindigkeit von sechs Kilometern pro Sekunde in Didymoon einschlagen. AIM wird genau beobachten, wie DART auftrifft, und anschließend wird der Mond für Vorher-Nachher-Vergleiche detailliert untersucht, um die kinetischen Auswirkungen von DART und deren Folgen beschreiben zu können.

Im Erfolgsfall sorgt die Veränderung der Umlaufbahn des Minimondes mittels des DART-Aufpralls erstmals dafür, dass die Menschheit die Dynamik des Sonnensystems messbar beeinflussen kann. Somit ist der Versuch die Grundlage für die weitere Entwicklung planetarer Abwehrstrategien und für ein besseres Verständnis des Einsatzes technischer Mittel bei einer tatsächlichen Bedrohung aus dem All.

FLUG REVUE Ausgabe 06/2015

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