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Großbritannien will eigenen Raketenstartplatz bauen

Von Schottland aus sollen künftig leichte Orbitalraketen Satelliten ins All bringen. Lockheed Martin und Orbex wollen von dort aus starten. Es wäre der erste Weltraumbahnhof auf europäischem Boden.

Als Standort für den ersten kommerziellen Startplatz im Vereinigten Königreich hat die britische Raumfahrtagentur Sutherland an der Nordküste Schottlands ausgewählt. Ein Konsortium um Lockheed Martin soll den Raketenstartbetrieb aufbauen, angepeilt werden erste Starts Anfang der 2020er Jahre. Zudem soll der US-amerikanische Luft- und Raumfahrtkonzern in Reading, Berkshire eine neue Oberstufe für das Aussetzen von Kleinsatelliten entwickeln. Dafür erhält Lockheed Martin von der UK Space Agency 23,5 Millionen Pfund (rund 26,3 Millionen Euro). Das britische Unternehmen Orbex soll eine neue Rakete für Starts ab Sutherland entwickeln und bauen, unterstützt mit 5,5 Millionen Pfund (etwa 6,2 Millionen Euro) von der britischen Raumfahrtagentur.

Schottland sei der beste Ort im Vereinigten Königreich, um Satelliten mit senkrecht startenden Raketen in ihre Umlaufbahn zu bringen, so die britische Regierung in einer Pressemitteilung. Von Sutherland aus soll künftig eine Kombination aus bewährten und neuen Raketen abheben. Laut Medienberichten könnte Lockheed Martin dafür die Electron-Rakete nutzen. Die privat vom neuseeländischen Unternehmen Rocket Lab entwickelte Rakete startete im Januar erstmals erfolgreich. Lockheed Martin ist an Rocket Lab beteiligt.

"Als Teil unserer Industriestrategie wollen wir, dass Großbritannien als Nation von Erfindern und Unternehmern der erste Ort auf dem europäischen Kontinent wird, von dem aus Satelliten starten", sagte der britische Wirtschaftsminister Greg Clark. Großbritannien sehe in solchen Startplätzen großes Potenzial für die Entwicklung der kommerziellen britischen Raumfahrt. Die schottische Wirtschafsförderung Highlands and Islands Enterprises erhält für die Entwicklung des Startplatzes in Sutherland 2,5 Millionen Pfung (etw 2,8 Millionen Euro). Finanzielle Unterstützung in Höhe von zwei Millionen Pfund (rund 2,2 Millionen Euro) gibt die britische Regierung auch für Newquay, Glasgow Prestwick und Snowdonia, wo ebenfalls Startplätze entstehen sollen.

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