Kasachstan hat den Vorschlag eingebracht, die neue russische Trägerrakete Sojus-5 künftig auch für Flüge mit Besatzung einzusetzen, wie der Leiter der Baikonur-Stadtverwaltung, Konstantin Busygin, in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS mitteilte. Konkrete Planung dafür gebe es allerdings noch nicht.
Der Verwaltungschef hob hervor, dass der Erstflug der Sojus-5 sowie das gemeinsame Raumfahrtprogramm Baiterek die bilateralen Beziehungen beider Länder spürbar gestärkt hätten. Das Projekt habe Vertrauen geschaffen und die Zusammenarbeit in diesem strategisch bedeutsamen Bereich erheblich vertieft.
Die Sojus-5 absolvierte ihren Jungfernflug Ende April. Bis zur Serienreife und vor allem bis zu bemannten Starts fehlen allerdings noch einige Tests. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos arbeitet bereits an zwei weiteren Exemplaren der Sojus-5.
"Mondkommune" und mehr Weltraumtourismus
Neben gewöhnlichen Raumfahrtmissionen scheint Busygin auch andere Visionen für die Raumfahrtstadt im Auge zu haben. Er regte gegenüber der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos an, in Baikonur eine maßstabsgetreue Nachbildung einer Mondsiedlung zu errichten.
Das soll junge Fachkräfte anlocken und ihnen ermöglichen, dort unter "mondähnlichen Bedingungen" zu leben und zu arbeiten. Das soll die Bewohner auf einen echten Einsatz auf dem Mond vorbereiten. Neben Russland verfolgen auch die USA und China Projekte für bemannte Mondbasen.
Ganz eigennützig solle die Mondkommune dann auch weitere Touristen nach Baikonur bringen. Nach seinen Angaben befinde sich das Vorhaben zumindest auf Planungs- und Zeichnungsebene bereits in Bearbeitung.
Das wäre für die kasachische Stadt ein erster Schritt zu echtem Weltraumtourismus. Auch dafür habe die Stadtverwaltung bereits Voraussetzungen geschaffen. Bis 2050 stehen das Kosmodrom und die Stadt Baikonur selbst noch unter russischer Verwaltung.





