Myanmar will ins All: Russland bildet ersten Kosmonauten des Landes aus

Myanmar will ins All
Russland bildet ersten Kosmonauten des Landes aus

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.08.2026
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Sojus MS-28
Foto: Roskosmos

Russland und Myanmar haben eine Reihe von Dokumenten zur Zusammenarbeit im Weltraumbereich unterzeichnet. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos soll demnach die Vorauswahl und Ausbildung myanmarischer Kosmonauten nach russischen Standards übernehmen.

Der Generaldirektor von Roskosmos, Dmitri Bakanow, und der Exekutivdirektor der myanmarischen Weltraumbehörde, Soe Myint Maung, unterzeichneten ein Memorandum, das die Zusammenarbeit bei Satellitennavigation und bei bemannter Raumfahrt vorsieht. Auch die Ausbildung des ersten Kosmonauten aus Myanmar ist vorgesehen.

Im Anschluss unterzeichneten Vertreter von Roskosmos-Unternehmen und die myanmarische Seite im nach der ersten Kosmonautin Walentina Tereschkowa benannten Missionskontrollzentrum weitere Verträge zur Umsetzung des Memorandums.

Diese betreffen die Vorbereitung und Durchführung medizinischer Untersuchungen myanmarischer Kosmonauten sowie den Aufbau eines nationalen Such- und Rettungssystems nach dem Cospas-Sarsat-Standard auf dem Gebiet Myanmars.

Ausbildung nach russischen Standards

Angesichts des zerrütteten politischen Zustands in Myanmar kann man Zweifel daran haben, dass tatsächlich ein Kosmonaut des Landes bald ins All fliegen wird.

Unrealistisch ist das Vorhaben allerdings nicht. Denn die Weltraumbehörde des Landes hat bereits einen vorläufigen Raumfahrer-Pool ausgewählt und der Regierung präsentiert. Da die Ausbildung wohl in Russland stattfinden wird, dürfte die politische Situation in Myanmar wenig Auswirkung auf die Trainingsphase haben.

Bis zur finalen Auswahl stehen zwar noch eine Reihe von Tests aus, gerade da Russland an das Kosmonauten-Corps strenge Anforderungen stellt, aber mit der Vorauswahl ist der schwerste Schritt getan.

Erst im April hatte Usbekistan angekündigt, einen ersten eigenen Kosmonauten sowie einen nationalen Satelliten ins All schicken zu wollen – auch hier mit russischer Unterstützung.

Erster Flug wohl in den 30ern

Wenige Tage später wurde bekannt, dass auch Südafrika mit russischer Hilfe einen eigenen Kosmonauten ausbilden will. Ein Orbitalflug ist dort bis 2027 anvisiert.

Für den ersten myanmarischen Kosmonauten gibt es noch keinen öffentlichen Zeitplan. Im Schnitt dauert der Auswahlprozess für russische Kandidaten zwischen zwölf und 18 Monaten. Da bereits eine Vorauswahl getroffen wurde, wird es wohl noch etwa ein Jahr dauern, bis alle Tests abgeschlossen sind und eine finale Auswahl getroffen wurde.

So schnell wie für Südafrika wird es dann allerdings nicht gehen. Kosmonauten durchlaufen noch mehrere Jahre Grundausbildung und spezielles Missionstraining, bis sie für den Einsatz im Weltall bereit sind. Für russische Kandidaten sind es etwa fünf bis sieben Jahre.

Sollte die Trainingsphase nicht aus politischen Gründen verkürzt werden, wird vor den frühen 2030er-Jahren also keine Mission mit einem myanmarischen Kosmonauten starten.