Südafrika will auf den Mond: Russland soll Raumfahrer ausbilden

Auf dem Weg zum Mond
Russland soll Raumfahrer aus Südafrika ausbilden

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.04.2026
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Progress MS-33 wird zur Startrampe in Baikonur gebracht, um Ende März 2026 zur ISS aufzubrechen.
Foto: Roskosmos

Russland und Südafrika wollen gemeinsam ein Programm zur Ausbildung südafrikanischer Kosmonauten aufbauen. Das berichtet die russische Zeitung Iswestija unter Berufung auf Humbulani Mudau, den Leiter der südafrikanischen Raumfahrtbehörde SANSA.

"Wir arbeiten derzeit an einem Ausbildungsprogramm für Kosmonauten. Sobald wir die Entwicklung abgeschlossen haben, beginnt die Auswahl der Kandidaten", erklärte er. Den ersten südafrikanischen Kosmonauten soll das Programm bis 2027 für einen Orbitalflug vorbereiten.

Die russische Weltraumbehörde Roskosmos bestätigte die sich anbahnende Zusammenarbeit und erklärte, man sei bereit, südafrikanische Partner bei der Auswahl und Ausbildung von Kandidaten zu unterstützen.

Russland baut derzeit weitere Raumfahrtpartnerschaften auf. Beim ersten Russischen Weltraumforum in Moskau hatte der stellvertretende Ministerpräsident Denis Manturow bereits Vorvertragsverhandlungen mit Staaten aus der GUS, Asien, Afrika und dem Nahen Osten angekündigt.

Erklärtes Ziel ist es, Kosmonauten für bemannte Flüge auszubilden sowie Kommunikations- und Erdfernerkundungssatelliten zu entwickeln.

Zuletzt hatte Russland angekündigt, Usbekistan bei der Ausbildung eigener Raumfahrer maßgeblich zu unterstützen.

In Südafrika kooperieren Roskosmos und SANSA bereits bei der Erkennung von Weltraumschrott zusammen. In Hartebeesthoek wurde im Juli 2023 der "Trümmererkennungs- und Kontrollkomplex" eröffnet. Gemeinsam mit anderen BRICS-Staaten arbeiten die beiden Länder daran, Bedrohungen durch Trümmer, Asteroiden und Kometen schneller zu erkennen.

Der russische Weltraumschrott-Erkennungs- und Überwachungskomplex in Südafrika.
Roskosmos

Südafrika setzt auf gute Beziehung zu allen Raumfahrtnationen

Aber auch Südafrika hat bereits andere Partner für seine Raumfahrtambitionen gefunden. Auf demselben Forum hatte Mudau auch Südafrikas Engagement für Chinas Mondbasisprojekt ILRS bekräftigt und eine Präsenz auf dem Mond bis 2028 in Aussicht gestellt. Außerdem spielte die SANSA eine unterstützende Rolle bei der Artemis-II-Mission der NASA.

Im November 2022 legten die beiden Raumfahrtbehörden im südafrikanischen Matjiesfontein den Grundstein für eine neue Bodenstation des Lunar Exploration Ground Sites-Netzwerks. Es ist eine von drei Antennen weltweit, die eine nahezu ununterbrochene Kommunikation zwischen der Erde und den Artemis-Raumfahrzeugen gewährleisten sollen.

Bereits in den 1960er-Jahren spielte Südafrika eine stille, aber wichtige Rolle bei den Apollo-Missionen der NASA. Eine Tracking-Station bei Johannesburg unterstützte die ersten Flüge zum Mond.