Der russische Waffenhersteller Kalaschnikow hat eine neue Fernbeobachtungsdrohne vom Typ "Granat-4-E" an einen nicht namentlich genannten Auftraggeber übergeben. Das gab der Hersteller bekannt.
Bei dem gelieferten System handelt es sich um ein UAV mit einem Startgewicht von bis zu 55 Kilogramm, das per Katapult gestartet wird. Die Fluggeschwindigkeit liegt zwischen 90 und 140 Stundenkilometern. Der Einsatzradius bei Sichtverbindung wird mit bis zu 55 Kilometern angegeben.
Das System ist mit einem optoelektronischen Aufklärungsmodul ausgerüstet, das nach Herstellerangaben unter anderem die Laserzielmarkierung präzisionsgelenkter Munition mit passivem Laserlenkkopf im taktischen Nahbereich ermöglicht. Die Drohne kann damit nicht nur aufklären, sondern auch direkt Waffeneinsatz koordinieren.
Wer die Drohne bekommen hat, teilte Kalaschnikow nicht mit. Die Lieferung erfolgt inmitten des anhaltenden Krieges in der Ukraine, in dem unbemannte Luftfahrzeuge zur zentralen Waffentechnologie beider Seiten geworden sind.
Russische Streitkräfte setzen Aufklärungs- und Kamikazedrohnen intensiv in der Ukraine ein. Im Oktober vergangenen Jahres wurde die Granat-4-E hochrangigen Militärangehörigen der GUS-Staaten vorgestellt. Es ist also denkbar, dass die Drohne an das russische Militär geliefert wurde. Russland nutzt die Ukraine vielfach als Testfeld für neue Waffentechnologien, um diese dann im Ausland als kampferprobt zu bewerben.
Anteilseigner Rostec berichtet gleichzeitig über wachsendes Interesse aus dem Golf an verschiedenen Drohnentypen. Einen bestätigten Deal mit einem Gelfstaat gibt es allerdings nicht.
Nachfrage nach Drohnen steigt
Kalaschnikow ist vor allem für die Sturmgewehre AK-47 bekannt. Bis heute stellt der Konzern vor allem Feuerwaffen her und produziert den Großteil aller Handfeuerwaffen auf dem russischen Markt.
Allerdings wurde in den vergangenen Jahren auch das Drohnenprogramm deutlich ausgebaut. Seit 2023 gibt es eine eigene Konzerneinheit zur Drohnenproduktion. Im vorangegangenen Jahr hatte sich die Herstellungsrate von UAV laut Firmenangaben mehr als verdoppelt.
Teil der Konzernstruktur ist auch Zala Aero, bekannt für die KI-gestützte Kamikazedrohne Lancet-E. Zuletzt hatte Zala die Drohne auf der Dubai Air Show als "gefechtserprobt" angepriesen.





