Elf Jahre lang kooperierten die ESA und die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos in dem französischen Überseegebiet bei Raketenstarts. Jetzt ist das Kapitel endgültig abgeschlossen. In Französisch-Guayana wurde die Startrampe für Sojus-Raketen gesprengt.
Der Betrieb des Weltraumbahnhofs "Ensemble de Lancement Soyouz" (ELS) wurde durch Russland als Reaktion auf die Sanktionen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine eingestellt. Raumflüge fanden seitdem nur noch von heimischen Startplätzen und von Baikonur aus statt.
Eigene Sojus-2-Versionen für den Start in Kourou
Von 2011 bis 2022 wurden von der Startrampe 27 Raketenstarts durchgeführt. Der erste Start einer Sojus am Standort fand 2011 statt. Das letzte Mal startete eine Sojus am 10. Februar 2022 von Kourou aus.
Die Sojus-ST-A und -ST-B waren modifizierte Versionen der Sojus-2-Rakete, die speziell für Starts vom Raumfahrtzentrum in Französisch-Guayana entwickelt wurden. Die Varianten waren an das tropische Klima angepasst.
Die ESA hatte die neue Sojus-Version zur Ergänzung der leichten Vega-Rakete und der schweren Ariane 5 haben wollen, um den Bedarf einer mittleren Trägerrakete zu decken. Das Projekt umfasste speziell den Bau des ELS.
MaiaSpace bekommt mehr Platz
Die alte Sojus-Startrampe musste neuen Anlagen von MaiaSpace weichen. Diese hatten 2024 das Gelände übernommen und planen, bis zu 80 Prozent der Startplatz-Infrastruktur wiederzuverwenden.
Die Tochtergesellschaft von ArianeGroup plant dort im kommenden Jahr den Erstflug der Maia-Rakete. Seit 2022 befindet sich die zweistufige Rakete mit einer Nutzlastkapazität von bis zu 1.500 Kilogramm in Entwicklung. Der erste Flug soll ein suborbitaler Demonstrationstest werden und war ursprünglich noch für dieses Jahr angesetzt.





