Private Raumfahrtmission: Tschechien schickt ersten Astronauten zur ISS

Private Raumfahrtmission
Tschechien schickt ersten Astronauten zur ISS

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.06.2026
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ESA, Tschechien, ISS, Astronautenreserve, Aleš Svoboda
Foto: ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) wird 2027 im Auftrag der Tschechischen Republik eine private Astronautenmission zur Internationalen Raumstation (ISS) durchführen, wie die ESA bekanntgab.

Als Pilot ist Aleš Svoboda vorgesehen, der der ESA-Astronautenreserve angehört, die im November 2022 ausgewählt wurde. Er wäre damit der erste tschechische Astronaut an Bord der ISS.

Der Start ist mit einer Crew-Dragon-Kapsel von SpaceX auf einer Falcon-9-Rakete geplant. Grünes Licht für die Mission gaben gemeinsam NASA, ESA, Roskosmos, die japanische Raumfahrtagentur JAXA und die kanadische Raumfahrtagentur CSA.

Svoboda hat sein Basistraining im Europäischen Astronautenzentrum der ESA in Köln abgeschlossen. Sobald die sogenannte MCOP-Genehmigung erteilt wird, beginnt das missionsspezifische Training für die ISS.

Mehr kommerzielle Partnerschaften im Blick

ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher sieht darin ein Modell für die Zukunft: "Diese Vereinbarung zeigt, wie die ESA ihren Mitgliedstaaten die Teilnahme an der bemannten Raumfahrt durch eine neue Generation kommerzieller Partnerschaften ermöglicht."

Es ist bereits die dritte Mission dieser Art. Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für bemannte und robotische Exploration, betonte, die Behörde stelle der Tschechischen Republik dabei ihre "jahrzehntelange Expertise im Bereich der bemannten Raumfahrt" zur Verfügung.

Für Tschechien ist die Mission vor allem eine industrie- und wissenschaftspolitische Investition. Karel Havlíček, Erster Stellvertretender Ministerpräsident und Industrieminister, erklärte: "Mit dieser Mission wollen wir die industrielle und technologische Basis der Tschechischen Republik stärken, die Beteiligung tschechischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen an internationalen Spitzenprojekten fördern und eine neue Generation von Ingenieuren, Wissenschaftlern und Innovatoren inspirieren."

An der Mission ist auch das Raumfahrtunternehmen Vast beteiligt. Dessen CEO Max Haot erklärte, man sei stolz darauf, "die Partnerschaft mit der Tschechischen Republik auszubauen und diese Mission zur Internationalen Raumstation zu unterstützen".