Das neue Sparprogramm bei Airbus wurde am Dienstag erstmals von der Nachrichtenagentur Reuters gemeldet. Demnach seien die Airbus-Mitarbeiter angewiesen worden, die Ausgaben um zehn Prozent zu senken. Betroffen seien insbesondere die Verwaltung und der Unternehmensbereich Verkehrsflugzeuge, hier aber nur außerhalb der direkten Produktion. Das neue Sparprogramm gelte zusätzlich zu einem seit zwei Jahren laufenden Sparprogramm "LEAD" im Unternehmen. Laut Reuters laufe das neue Programm schon seit ein paar Wochen. Ein Kern dieser Sparbemühungen sei, den Einsatz externer Vertragskräfte wieder stärker zu beschränken, die bei Airbus wichtige Rollen haben. Die eigentliche Flugzeugproduktion sei von den jüngsten Sparmaßnahmen ausgenommen. Das Unternehmen hat die Meldung noch nicht bestätigt.
Teures Öl und verspätete Lieferkette
Als Flugzeughersteller ist Airbus von den aktuellen Turbulenzen am Ölmarkt, die die gesamte Flugbranche bedrohen, den regionalen Spannungen am Golf und von gestiegenen Transportkosten der weltweit zugelieferten Flugzeugteile besonders stark betroffen. Das Unternehmen verfügt über einen gigantischen, festen Auftragsberg von aktuell 8971 Verkehrsflugzeugen. Dies reicht für zehn Jahre mit voller Produktion. Jedoch behindern Lieferkettenschwierigkeiten, darunter bei Triebwerken, die pünktliche Auslieferung der Produkte. In diesem Jahr will der Hersteller 870 Flugzeuge an die Kunden übergeben.
Aufwändige Konzeption des A320-Nachfolgers steht an
Auf mittlere Sicht muss Airbus jetzt auch seine Kassen füllen, um Ende dieser Dekade ein neues Verkehrsflugzeugprogramm als A320-Nachfolger aufzulegen. Dieses Programm soll in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre lieferbar werden. Bis dahin muss der Konzern komplizierte, strategische Weichenstellungen, wie Materialauswahl und Art der Triebwerke, des Cockpits und der wohl weitgehend automatisierten Fertigung treffen, um seine Brot- und Butter-Modelle mit einem wieder ähnlich erfolgreichen Nachfolgemuster zu ersetzen.





