Reise nach Turkmenistan: Marmor, Wüste und das Tor zur Hölle

Weißer Marmor, Wüste und das Tor zur Hölle
Meine Flugreise nach Turkmenistan

ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.05.2026
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Reiseeindrücke aus Turkmenistan.
Foto: Ralf Plechinger

Ich befinde mich am Flughafen Frankfurt im Terminal 2 am Check-in-Schalter von Turkmenistan Airlines. Um meinen Wunschplatz am Fenster zu bekommen, war ich bereits sehr früh angereist. Einen Online-Check-in gibt es nämlich nicht. Und selbst ein Ticket zu kaufen, war nicht ganz so einfach. Man kann nämlich nicht einfach auf die Webseite von Turkmenistan Airlines gehen und dort mit Kreditkarte bezahlen.

Stattdessen kommunizierte ich mit der Firma "Fly by Air" in Frankfurt per Googlemail-Adresse. Diese ist für Turkmenistan Airlines tätig. Von dort bekam ich die Fluginfos, Preise und schließlich ein deutsches Bankkonto für die Überweisung des Flugtickets mitgeteilt. Nach dem Geldeingang wurde mir dann mein Ticket zugeschickt. Andere Reisende berichten, dass sie in einem türkischen Reisebüro Tickets von Turkmenistan Airlines kaufen konnten.

Bereits vier Stunden vor Abflug öffnet der Check-in. Ich habe Glück und bekomme meinen Fensterplatz auf der rechten Seite. Ich bin sehr gespannt, was mich auf dieser Reise erwarten wird. Man hat schon viel gehört und die Medien die stellen bekanntlich nicht immer alles wahrheitsgemäß dar. Ich möchte auf dieser Reise herausfinden, wie es in Realität ist.

Reiseeindrücke aus Turkmenistan.
Ralf Plechinger

Beinfreiheit de luxe in der Triple Seven

Pünktlich beginnt das Boarding der Boeing 777-200LR. Meine 2014 gebaute Maschine ist eine der letzten dieser Baureihe. Boeing hatte diese auf Lager und da sie keine andere Airline kaufen wollte, schlug Turkmenistan Airlines zu. Etwas skurril, da die maximal mögliche Reichweite der -200LR bei bis zu 20 Stunden liegt, aber keine Route im Streckennetz der Airline länger als sechs Stunden ist. Lange Zeit war diese Version die mit der größten Reichweite weltweit.

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Ralf Plechinger

An Bord werde ich von der Crew freundlich begrüßt. Die Kabine ist relativ neu und in gutem Zustand. Die Sitzanordnung 3-3-3 ist heutzutage selten und ungewohnt. Die letzten Reihen haben außen nur mehr zwei Sitze. Dort befindet sich auch mein Platz. Ich bin begeistert von der Beinfreiheit. So viel Platz hatte ich in der Economy noch bei keiner anderen Airline. Fast 25 Zentimeter Abstand zwischen meinem Knie und dem Vordersitz!

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Ralf Plechinger

Das Bordprodukt von Turkmenistan Airlines

Das Entertainment-Programm funktioniert gut. Neben turkmenischen Filmen gibt es auch eine Auswahl an internationalen Filmen, wenn auch nicht so viele wie bei anderen Airlines. Mein Fenster ist glasklar, wie frisch aus der Fabrik. So etwas freut einen Hobbyfotografen besonders! Nach dem Pushback erfolgt das Sicherheitsballett und die Crew überprüft noch einmal die Kabine. Ganz nach internationalem Standard. Über die Startbahn West verlassen wir Frankfurt. Ich schalte mein iPhone in den Flugmodus – mit der Überzeugung, die nächsten Tage kein WhatsApp und sonstige Social Media mehr zu haben. Ein seltsames Gefühl.

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Ralf Plechinger

Nach einer Stunde Flugzeit gibt es den ersten Bordservice, das Abendessen. Die Crew ist sehr nett und das Essen wirklich reichlich. Es gibt Spätzle, Rindergeschnetzeltes und Blaukraut. Dazu eine Semmel mit Wurst-/Käseteller und einen Kuchen als Nachspeise. Die 777-200LR ist heute bis auf den letzten Platz gefüllt. Erster Tag der Osterferien in vielen Bundesländern. Viele Familien nutzen die Airline für einen Flug nach Bangkok oder Peking und steigen in Aschgabat nur um. Ich bin einer der wenigen ausländischen Touristen, die nach Turkmenistan wollen.

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Ralf Plechinger

Landung in der Marmor-Stadt

Kurz vor der Landung erstaunt mich die Crew noch einmal, denn obwohl die Flugzeit nur etwas mehr als fünf Stunden beträgt, wird noch einmal Essen serviert. Zwar nur ein Schinken-Käse-Sandwich, aber immerhin. Ich bin zum Ende des Fluges nicht mehr hungrig. Das ist heutzutage auch selten geworden.

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Ralf Plechinger

Dann beginnt der Landeanflug auf die Hauptstadt Turkmenistans. Im Endanflug auf RWY 11L passieren wir die beeindruckend beleuchtete, riesige Turkmenbashi Ruhy Moschee. Nach fünf Stunden und 16 Minuten berühren wir pünktlich um kurz nach 02.30 Uhr Ortszeit in der Nacht turkmenischen Boden. Der weiße, aus Marmor-Elementen bestehende Tower ist in der Landesfarbe grün beleuchtet. Auch . Im Jahr 2016 wurde es nach nur dreijähriger Bauzeit eröffnet. Ausgelegt ist es für 14 Millionen Passagiere pro Jahr – etwas überdimensioniert für die wenigen Flüge: Nur elf internationale und 16 Inlandsflüge pro Tag zähle ich auf der Ankunftstafel.

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Ralf Plechinger

Passkontrolle und PCR-Test

Noch vor der Passkontrolle werde ich von meinem Guide Durdy erwartet. Für Touristen ist es Pflicht, ein Programm bei einer turkmenischen Reiseagentur zu buchen. Für die Einreise ist ein sogenannter Letter of invitation (LOI) vom State Migration Service of Turkmenistan erforderlich. Diesen hat das Reisebüro "Owadan syyahat", bei dem ich gebucht habe, beantragt. Hier am Flughafen bekomme ich nach der Zahlung von 100 US-Dollar mein Visum in den Pass geklebt. Danach geht es weiter zum Covid-PCR-Test. Dieser ist im gezahlten Betrag bereits inbegriffen. Etwas skurril, im Jahr 2026 einen solchen Test machen zu müssen, aber egal. Anschließend muss ich mich an einem hochmodernen Automaten registrieren. Das heißt, meinen Pass einscannen, Fingerabdrücke abgeben und ein Foto von mir schießen.

Die letzte Station ist die eigentliche Passkontrolle bei der Polizei. Dann bin ich tatsächlich in Turkmenistan angekommen!

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Ralf Plechinger

Tourismus in Turkmenistan

Turkmenistan ist eines der am wenigsten besuchten Länder der Welt. Offizielle Zahlen gibt es nicht, aber es wird geschätzt, dass letztes Jahr lediglich einige tausend oder wenige zehntausend Touristen das Land besucht haben. Ich fühle mich privilegiert, dazuzugehören.

Da ich kein aufgegebenes Gepäck habe, geht es gleich zu unserem Fahrzeug vor dem Terminal. Von außen ist das Flughafengebäude wirklich beeindruckend. Es besteht aus weißem Marmor und ist einem fliegenden Falken nachempfunden. Abwechselnd leuchtende LED-Lichter suggerieren auf- und abschlagende Flügel des Falken.

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Auf der Fahrt ins Hotel zeigt mir Durdy einige weitere Monumente. Alles blitzblank sauber und beeindruckend beleuchtet. Auch den prunkvollen Präsidentenpalast bekomme ich zu sehen. Gleich hinter dem Olympiastadion mit der größten Pferdekopfskulptur der Welt (Gewicht 600 Tonnen) befindet sich mein Hotel Sport. Da ich normalerweise eher als Backpacker unterwegs bin, erstaunt mich die Qualität dieses 4-Sterne-Hotels umso mehr.

Mein Zimmer ist nicht weniger prunkvoll als die Lobby. Und zu meinem größten Erstaunen funktionieren auch mein WhatsApp und die übrigen Social Media über das WLAN des Hotels. Das hätte ich wirklich nicht erwartet! Aber nun schnell ins Bett, da es bereits 5 Uhr am Morgen ist.

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Der frühe Vogel...

Nach nur drei Stunden Schlaf geht es zum Frühstücksbuffet. Eine gute Auswahl an Speisen und ein volles Restaurant erwarten mich. Viele Turkmenen übernachten hier. Dann treffe ich mich wieder mit Durdy und wir schauen uns Aschgabat an. Die Stadt gilt als die weißeste Marmorstadt der Welt und hat es damit auch ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Riesige Boulevards und Plätze mit goldenen Statuen treffen auf große Bauwerke und Monumente. Alles extrem sauber. Hier hat der Frühling bereits Einzug gehalten und alles erscheint in sattem Grün.

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Ralf Plechinger

Durdy bringt mich auf einen Hügel. Von dort bietet sich eine grandiose Aussischt auf die weiße Stadt mit dem Kopet-Dag-Gebirge direkt am Stadtrand. Diese Gebirgskette bildet eine natürliche Staatsgrenze zum Iran (die Grenze ist lediglich 35 Kilometer entfernt). Auf dem Hügel, wo wir uns gerade befinden, steht auch der Wedding Palace, das offizielle Standesamt und Hochzeitszentrum. Natürlich aus Marmor und Gold.

Die meisten Bushaltestellen in den Städten des Landes sind klimatisiert. Denn im Sommer kann es bis zu 50 Grad Celsius heiß werden. Da Turkmenistan sehr reich an Bodenschätzen wie zum Beispiel Erdgas ist, sind die Preise für Energie und Strom extrem niedrig. Unser nächster Programmpunkt ist die Festung Old Nisa. Diese ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten des Landes. Old Nisa war eine königliche Festungs- und Palaststadt, gegründet im 3. Jahrhundert vor Christus. Noch heute sind die Lehmwände dieser frühen Hauptstadt zu sehen.

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Ab in die Wüste!

Im Anschluss besichtigen wir die gewaltige Turkmenbashi Ruhy Moschee, welche ich bereits im Landeanflug gesehen hatte. Diese aus weißem Marmor, einer großen goldenen Kuppel und vier 91 Meter hohen Minaretten bestehende Moschee ist eine der größten in Zentralasien und bietet Platz für 10.000 Gläubige. Dann geht es hinaus in die Wüste Karakum. Gleich am Stadtrand merkt man, dass man die Oase Aschgabat verlässt und sich das Klima ändert. Bevor wir die Hauptstadt endgültig hinter uns lassen, besuchen wir den Altyn Asyr Bazaar, auch Sonntagsmarkt genannt. Auf einem riesigen Areal wird so ziemlich alles zum Verkauf angeboten. Von Teppichen über Babybetten bis hin zu Ziegen und Kamelen.

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Vier Stunden dauert die Autofahrt durch die Karakum-Wüste in Richtung Norden. Die erste Hälfte ist von sehr guter Qualität, man kann 100 km/h schnell fahren. Die letzte Hälfte aber ist nervenaufreibend und kostet viel Zeit. Denn es ist eine heruntergekommene Schlaglochpiste. 2006 wurde sie neu gebaut, doch der strenge Winter (hier kann es bis zu minus 30 Grad Celsius kalt werden) und der starke Lkw-Verkehr in den Norden nach Usbekistan haben ihr stark zugesetzt. Unser moderner Toyota Hilux erweist sich als sehr komfortabel. Gefahren wird dort, wo weniger Löcher sind. Oft auch einfach neben der Fahrbahn im Sand.

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Ralf Plechinger

Am Abend erreichen wir den ersten der drei Darvaza-Krater. Es ist der Darvaza Wasserkrater mit einem Durchmesser von 50 bis 70 Meter. In den 1970er Jahren war Turkmenistan Teil der Sowjetunion. Damals wurde in dieser Region nach Erdgas gebohrt. Doch es kam zu einer Explosion oder einem Kollaps und so entstand dieser massive Krater. Einen Steinwurf entfernt befindet sich ein weiterer. Dieser hat jedoch kein Wasser, sondern Schlamm im Inneren.

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Direkt am Tor zur Hölle

Nach einer weiteren kurzen Offroad-Autofahrt durch den Sand kommen wir dann endlich dort an, wo ich schon seit 20 Jahren hin wollte: am Darvaza Gaskrater!

Als erstes schaue ich mir diesen von einem Aussichtshügel an. Dann wage ich einen Blick hinein, direkt am Rand des Kraters. Ebenso wie die anderen zuvor besichtigten Krater entstand dieser im Jahr 1971 durch Einsturz nach Erdgasbohrungen durch die Sowjets. Infolgedessen strömte Methangas aus. Da man nicht wollte, dass die Gase für die angrenzenden Dörfer gesundheitsschädlich werden, entzündete man diese absichtlich mit dem Glauben, das Gas würde in kurzer Zeit vollständig abbrennen.

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Doch diese Rechnung ging nicht auf. Seit nun 55 Jahren brennt das Feuer ununterbrochen! Jegliche Versuche, es zu löschen, schlugen fehl. Im Lauf der Jahrzehnte entwickelte sich der Krater zum Touristenmagnet Nr. 1 im Land. Letztes Jahr versuchte man, das Methangas an anderen Orten weiter entfernt vom Krater gezielt abzuzapfen und so dem Feuer die Quelle zu entziehen. Das gelang jedoch nur bedingt. Noch immer brennt er, allerdings wurde durch diese Maßnahmen das Ausmaß der Flammen deutlich reduziert. Bei meinem Besuch gab es noch zwei größere Flammenherde und drei kleinere.

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Die Hölle öffnet sich

Zum Sonnenuntergang gibt es im nahe dem Krater gelegenen Yurten-Camp ein leckeres BBQ. Gerade als ich nach dem Essen zu Fuß in der Dunkelheit zum Krater aufbreche, nähert sich eine äußerst massive Gewitterzelle mit rasanter Geschwindigkeit. Da es hier kein Internet gibt, konnte ich die Zelle nicht kommen sehen. Mit einem mächtigen Sandsturm werde ich mitten in der Wüste in der Dunkelheit überrascht. Sofort laufe ich zurück zum Camp und habe Glück, dieses rechtzeitig zu erreichen, ehe die Hölle über mir hereinbricht. So etwas hätte ich mir hier in der Wüste nicht im Traum vorstellen können!

Nach etwa 30 Minuten ist die Zelle durch und es hört auf zu regnen. Nun möchte ich aber schnell zum Krater, um Fotos zu machen. Vom Aussichtshügel bietet sich mir ein atemberaubender Ausblick auf den lodernden Feuerkrater und das im Hintergrund abziehende Gewitter mit zahlreichen in den Boden einschlagenden Blitzen. Was für ein Spektakel! Diese Szenerie unterstreicht den Spitznamen des Kraters nur zu gut: "Door to Hell"!

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Erholung in der Yurte

Die Betten in meiner Yurte sind bequem und die Nacht über schlafe ich wirklich gut. Nach dem Frühstück am nächsten Tag fahre ich mit Durdy zurück nach Aschgabat. Unterwegs tanken wir auf. Der Sprit ist hier extrem billig. Ein Liter Benzin kostet nur 1,50 Manat (0,36€ nach offiziellem Wechselkurs) und jede Tankstelle weist den gleichen Preis aus.

Am Stadtrand der Hauptstadt steht erst einmal Autowaschen auf dem Programm. Denn nur saubere Autos dürfen in die Stadt hineinfahren. Wird man mit einem dreckigen Auto erwischt, muss man Strafe bezahlen. Im Anschluss steht der Besuch eines Pferdegestüts auf dem Programm. Es gehört dem Chef der Reiseagentur. Die Achal-Tekkiner ist eine der ältesten Pferderassen der Welt und stammt aus der Region rund um die Karakum-Wüste. Mit ihrer schlanken und eleganten Statur sind diese schönen Pferde der Nationalstolz der Turkmenen.

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Am verbleibenden Nachmittag besichtigen wir das Nationalmuseum, das Neutralitäts-Monument sowie das Unabhängigkeitsmonument und ich fahre eine Runde mit dem Alem Ferris Wheel, dem größten Riesenrad der Welt in einem geschlossenen Gebäude. 24 Kabinen können bis zu 192 Personen auf gut 47 Meter Höhe befördern.

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Auf der Autobahn nach Osten

An meinem letzten Tag in Turkmenistan besichtigen wir die Ruine der alten Seyit Jemaleddin Moschee aus dem 15. Jahrhundert. Sie war ursprünglich reich verziert mit türkis-blauen Fliesen, wurde aber leider beim großen Erdbeben von Aschgabat im Jahr 1948 zum Großteil zerstört. Dann fahren wir auf der großen neuen dreispurigen Autobahn nach Osten. Der Belag ist hervorragend, wir können 120 km/h fahren. Nach gut viereinhalb Stunden Fahrt durch die Wüste kommen wir in der historischen Oasenstadt Merv an. Diese gehört zu den bedeutendsten archäologischen Orten Zentralasiens. Die Oasenstadt lag an der Seidenstraße und bestand aus mehreren aufeinanderfolgenden Städten über Jahrtausende. Die älteste Stadt Erk Kala, gegründet im 6. Jahrhundert vor Christus, war umgeben von zwei massiven Stadtmauern. Im Mittelalter wurde Sultan-Kala zu einer der größten Städte der Welt mit bis zu 500.000 Einwohnern und war sogar von drei Stadtmauerringen geschützt. Das großes Harem-Gebäude aus Lehm und das große Soltan Sanjar Mausoleum beeindrucken noch heute.

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Die Zeit reicht noch, um in der nahe gelegenen Stadt Mary eine kurze Sightseeing-Runde zu drehen und einen Happen in einem Familienrestaurant zu essen. Die Turkmenen sind äußerst gastfreundlich und aufgeschlossen. Ich bin sehr positiv überrascht.

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Zurück nach Aschgabat

Die Rückreise nach Aschgabat bestreiten wir mit dem Flugzeug. Auf der Fahrt zum Flughafen zeigt mir Durdy auch eine voll aufgerüstete MiG-19 auf einem Sockel. Sie steht vor dem Gelände einer ehemaligen sowjetischen Ausbildungsstätte für Soldaten.

Der Airport ist klein, funktional. Auch wenn er "Mary International Airport" heißt, gibt es hier nur zwei bis drei Inlandsflüge pro Tag. Nicht gerade viel. Hier ist es verboten, am Flughafen oder während eines Fluges betrunken zu sein. So etwas würde ich mir auch manchmal in Europa wünschen… Durdy erzählt mir, dass ein Flug nach Aschgabat 180 Manat (43€ nach offiziellem Wechselkurs) kosten würde, ein Taxi aber 300 Manat (73€) pro Person! Fliegen ist also deutlich günstiger als Taxifahren.

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Um 20 Uhr geht es zu Fuß weit über das Vorfeld zur etwas entfernt geparkten Turkmenistan Airlines Boeing 737-700. Die Crew ist wieder sehr nett, die Kabine gut in Schuss, internationaler Standard. Die Flugzeit in die Hauptstadt beträgt lediglich 42 Minuten. Trotzdem gibt es ein Croissant und ein Getränk. Im Landeanflug auf die RWY 29R zeigt sich mir ein beeindruckendes Panorama der überaus üppig beleuchteten Hauptstadt. In Aschgabat angekommen verabschiede ich mich von Durdy. Er fliegt gleich weiter in den Norden, wo er eine andere Touristengruppe, übernehmen wird. Ich fahre mit meinem Fahrer zum Hotel Sport.

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Ein spontaner Dolmetscher

Am nächsten Morgen geht es erneut zum Flughafen, diesmal für meine Rückreise nach Deutschland. Vier Stunden vor meinem Abflug nach Frankfurt komme ich am Terminal an. Es sind kaum Leute unterwegs, alles wie ausgestorben. Am Check-in steht keiner an. Zwei besetzte Schalter ohne Passagiere. Mit dem Englisch gibt es ein paar Schwierigkeiten bei der Sitzplatzwahl.

Der deutsch sprechende, turkmenische Passagier, der sich von hinten einmischt und spontan für mich übersetzt, kommt wirklich wie gerufen. Mit ein wenig Hilfe klappt so einmal mehr alles am Schnürchen.

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Die Ausreise erfolgt auch wieder zuerst am hochmodernen automatischen Terminal mit Fingerabdrücken, Pass-Scan und Foto, dann an der Ausreisebox selbst. Da ich nun noch satte drei Stunden bis zu meinem Flug habe, schaue ich mir das Terminal nochmal genau an. Am anderen Ende, fern von den Gates mit den gerade laufenden Abflügen, ist kein Mensch mehr. Es ist totenstill. So etwas habe ich auch noch nicht erlebt. Ich suche mir einen Liegestuhl und genieße die ruhige Atmosphäre, während ich aufs Vorfeld hinausschaue.

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Heimflug nach Frankfurt

Schließlich beginnt das Boarding für meinen Flug. Diesmal habe ich eine Boeing 777-300ER. Nur etwa gut die Hälfte der Sitzplätze sind heute belegt. Ich habe eine ganze Reihe für mich alleine. Wieder ist das Fenster glasklar, kein einziger Kratzer. Diese Kabine ist noch neuer als die beim Hinflug. Diesmal in einer 3-4-3 Bestuhlung, wie man es üblicherweise von der Boeing 777 gewohnt ist. Auch die Bildschirme sind noch besser und größer. Wirklich nicht schlecht!

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Fast pünktlich um 13.34 Uhr starten wir auf RWY 29R. Während wir über die trockene Wüstenlandschaft im Westen Turkmenistans fliegen, wird das Mittagessen serviert. Wieder eine üppige und vor allem geschmacklich sehr gute Mahlzeit. Vor der Landung in Frankfurt gibt es noch einen Snack. Nach 5 Stunden und 38 Minuten landen wir ein paar Minuten vor der geplanten Zeit auf der RWY 07R.

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Fazit