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JetBlue-A321 erstes US-Flugzeug

Airbus-Endmontage in USA

Die Errichtungsarbeiten für die erste Airbus-Endmontagelinie in Nordamerika sind fast abgeschlossen. Airbus schaffe mit dem A320-Standort Mobile "eigene industrielle Präsenz" in den USA, sagte der Projektverantwortliche Dr. Ulrich Weber am Donnerstag vor Mitgliedern des Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg.

Weltweit ziele Airbus auf einen Marktanteil von 40 bis 60 Prozent, liege in den USA mit knapp 20 Prozent aber "deutlich darunter", erklärte Dr. Weber. "Das war der Grund, hier aktiv zu werden - wir wollen auch als Amerikaner wahrgenommen werden."

Airbus betreibt das Vorhaben seit Juli 2012 und begann vor knapp zwei Jahren mit den Bauarbeiten in Mobile. Die Stadt an der Golfküste Alabamas ist ein traditionsreicher Aerospace-Standort mit französischen Wurzeln - ihr Name wird auch heute noch französisch und nicht englisch ausgesprochen.

Mobile biete mit dem Brookley Airport für Auslieferungsflüge und einem Seehafen für die Komponentenlogistik "ideale Voraussetzungen", sagte Dr. Weber, der für Airbus bereits die chinesische A320-Linie Tianjin aufbaute und zuvor als Standortleiter die Hamburger A380-Produktion auf Kurs brachte.

Produktionsbeginn im dritten Quartal unter EASA-Siegel

Airbus A321 von JetBlue. Foto und Copyright: Airbus

Airbus kopiert in Mobile, wie bereits in Tianjin, den A320-Produktionsprozess des Standorts Finkenwerder. Aus Hamburg werde die neue Endlinie im dritten Quartal per Schiff die Segmente für den Produktionsstart erhalten. "Das erste Flugzeug aus Mobile wird eine A321 für Jetblue", sagte Dr. Weber.

Auch der US-Standort produziert unter einer EASA-Zertifzierung, werde sich von der FAA aber als Repair Station zertifizieren lassen.

Jetblue soll das Premierenflugzeug im zweiten Quartal 2016 erhalten. Bis 2018 erhöht Airbus die durchschnittliche Monatsproduktion in den USA auf vier A320. Diese Produktionsrate bilde Nachfrage und Backlog aus Nordamerika ab, erklärte Dr. Weber. Entsprechend werden in Mobile überwiegend A321 entstehen, ab 2017 auch in der NEO-Generation.

600 Millionen US Dollar steckt Airbus in seine weltweit vierte A320-FAL. "Wenn wir unseren Marktanteil in den USA nur um einen Prozentpunkt erhöhen, hat sich unsere Investition bereits amortisiert", erklärte Dr. Weber. Jeder Job in den USA sichere dabei vier Arbeitsplätze in Deutschland.

"Hamburg ist Mittelpunkt"

"Hamburg ist Mittelpunkt", stellte Dr. Weber klar. Den Effekt des neuen US Werks würden in erster Linie die vorproduzierenden deutschen Standorte Finkenwerder und Stade spüren, "denn da ist die Arbeit". Die Wertschöpfung einer Endlinie sei verglichen damit "eher gering".

In Mobile hätte Airbus auch gerne 179 neue Tanker auf Basis der A330 für die US Air Force gebaut. Zur großen Enttäuschung der gesamten Stadt ging der 100-Milliarden-Dollar-Auftrag letztlich doch an Boeing. Von der Ansiedelung der A320-Familie verspricht sich Mobile neue Impulse für seine Wirtschaft - Airbus sei in Mobile "an jeder Ecke willkommen", sagte Dr. Weber.

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