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Neue Rolle für den Doppeldeck-Riesen?

Malaysia Airlines will ihre A380 für Pilgerflüge nutzen

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Für Pilgerflüge von Malaysia nach Mekka will Malaysia Airlines ihre vorhandenen Airbus A380-800 mit jeweils 700 Sitzen bestuhlen. Am Mittwoch ließ sich Airline-Chef Bellew dazu in Toulouse beraten.

Malaysia-Vorstandschef Peter Bellew kündigte an, möglicherweise noch vor Jahresende eine neue Tochtergesellschaft nur für Pilgerflüge gründen zu wollen. Diese könnte Pilger aus Südostasien nach Mekka und zurück transportieren. Dieser Markt liegt bei mehreren Millionen Passagieren pro Jahr, die keine Discountpreise verlangen.

Malaysia Airlines hatte seit längerem nach einer neuen Rolle für ihre sechs A380 gesucht, die nach einer Umstrukturierung zu groß für die meisten Hauptstrecken der Airline sind. Das ganzjährige Pilgergeschäft verspreche dagegen rentable A380-Einsätze und könne binnen fünf Jahren bis zu 20 gebrauchte A380 beschäftigen, hieß es bei Malaysia Airlines. Dies könnte auch für künftige Leasingrückläufer, darunter die ersten A380 von Singapore Airlines und Emirates, eine interessante Weiterverwendungsoption sein.

Zugelassen ist der Airbus A380 bereits heute für 853 Passagiere und 20 Flugbegleiter, was bei den Zulassungstests durch eine Probe-Evakuierung in Hamburg praktisch nachgewiesen wurde. Dabei müssen alle Insassen binnen 90 Sekunden durch die Hälfte der Notausgänge das Flugzeug verlassen. Eine derartig enge Bestuhlung hat jedoch keine reale Fluggesellschaft bisher ins Auge gefasst. Allerdings hatte Air Austral zeitweise mit einer Kabinenvariante für immerhin 840 Passagiere geliebäugelt.

Airbus hatte eigens für den Evakuierungstest in einem A380-Prototyp Küchenabteile und Toilettenräume ausgebaut und dort zusätzliche Sitze installiert. Die typische Linienbestuhlung einer A380 liegt bei 525 Sitzen in Dreiklassenausführung. Malaysia Airlines hatte ihre A380 bisher sogar nur mit 494 Sitzen bestuhlt.

Airbus will die A380 künftig mit mehr Sitzen bestuhlen, um die Betriebskosten pro Sitzplatz an Bord zu verringern. Dadurch soll die A380 den neuesten Großraum-Zweistrahlern, wie Boeing 787 und A350, Paroli bieten können. Ins Auge gefasst ist bereits eine neue, diagonale Anordnung der Business Class im Oberdeck und eine bessere Raumausnutzung im hinteren Hauptdeck, wo Schränke und Waschräume platzsparender um die Hecktreppe herum gruppiert werden sollen.

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