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Notlage über dem Hochgebirge

A319 verliert Cockpitscheibe

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Ein Airbus A319 der chinesischen Sichuan Airlines verlor auf dem Weg ins tibetische Lhasa die Cockpitscheibe des Copiloten. Wegen des überflogenen Hochgebirges konnte die Crew nicht den üblichen Notabstieg durchführen. Trotz dramatischer Umstände gelang ihr aber eine sichere Notlandung in Chengdu.

UPDATE

Der 2011 in Tianjin endmontierte Airbus A319-133, B-6419 von Sichuan Airlines war am Montag Ortszeit als Flug 3U8633 von Chongqing nach Lhasa unterwegs, als in 9800 Meter Höhe, nahe des Meldepunkts Mikos, die rechte Frontscheibe, hinter der der Erste Offizier sitzt, herausgerissen wurde. Die Besatzung fand sich in minus 40 Grad Celsius kaltem Fahrtwind, tosendem Lärm, bei gefährlich niedrigem Druck und bei Sauerstoffmangel inmitten von Splittern wieder und musste dennoch einen kontrollierten Notabstieg einleiten. Wegen der enormen Höhe der überflogenen, tibetanischen Gebirgsregion war der Notabstieg zunächst aber nur auf 6800 Meter möglich.

Beim explosionsartigen Verlust der Scheibe, die komplett nach außen wegflog, wurde im Cockpit unter anderem die Steuereinheit des Autopiloten teilweise mit herausgerissen und schwer beschädigt. Es traten starke Vibrationen auf und der Lärm machte jedes Funken unmöglich, wie Kapitän Liu Shunjian anschließend berichtete. Lediglich den allgemeinen Notfallcode 7700 habe er über Tasten am Transponder einstellen können. Die Scheibe sei ohne jede Vorwarnung herausgeflogen. Die Besatzung kehrte in Richtung Osten um und erreichte flacheres Gebiet, so dass der Sinkflug dort auf 3000 Meter Höhe fortgesetzt werden konnte. Anschließend gelang eine sichere Notlandung in Chengdu. Die Navigation sei dabei visuell erfolgt und das Fliegen manuell, wobei gutes Wetter geholfen habe. Die Landung erfolgte mit Übergewicht und ohne Schubumkehr, weshalb danach die Schmelzventile der Reifen platzten.

Der Erste Offizier Xu Ruichen erlitt bei dem Zwischenfall Schnittverletzungen im Gesicht und verrenkte sich die Hüfte, als er -obwohl fest angeschnallt- durch den schnellen Druckverlust gegen die Fensteröffnung geschleudert wurde. Er kam zur Beobachtung ins Krankenhaus. Ein Flugbegleiter wurde beim Notabstieg leicht verletzt. Die restliche Besatzung und alle Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. 29 Passagiere kamen zur Beobachtung ins Krankenhaus, 58 reisten mit einem Ersatzflugzeug nach Lhasa weiter.

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